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Jüdischer Volksbote · 1908-11-01 · 2 (11.1908) · p. Seite 23

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1908
Issue
2 (11.1908)
Date
1908-11-01
Page
Seite 23 (sequence 5)
Language
German
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auszuschließen wird das zum Anzünden benutzte Licht gesonden daneben gestellt. Was nach Ablauf von Chanuka von dem Oel und den Dochten in der Lampe übrig geblieben ist darf nicht anderweitig versvendet, sondern muß verbrannt werde». — Am ersten Abend wird das äußerste Licht auf der rechten Seite zuerst angezündet, nur an den folgenden Abenden beginnt man mit dem folgenden Licht zur linken Seite und zündet die Lichter in der Reihenfolge von links nach rechts an. Beim Eintritt von Schabbos - Chanuka wird zuerst das Chanuka - Licht und dann das Schabbos-Licht angezündet. Die Lichter müssen dann noch eine halbe Stunde nach Eintritt der Nacht brennen. Ani Sabbat-Ausgang werden im Hause die Chanukalichter nach, in der Synagoge vor nSi2n angezündet. — Beim Anzünden der Chanukalichter spricht man die 711315: nsun w "3 p'SinS und COJ wyir, am ersten Abend noch außerdem irnmr 71212. — Während der Chauukatage wird in der Schemono Esre und dem Tischgebet c*DH Sv eingeschaltet, ebenso wird in dem Morgengebet das ganze Halle! gebetet. Var stasiürch. Von Rabbiner Dr. M. Tewin in Wreschen. Das Gebet, welches in unserer Liturgie am häufigsten wiederkehrt, ist zweifellos das Kaddisch. Es beschließt nicht nur jeden wichtigeren Teil unserer Andacht, sondern ist auch das Gebet der Leidtragenden während der Trauerwochen und am Iahrzeitstage. Keinen sehnlicheren Wunsch kennen jüdische Eltern als den, einen Sohn zu hinterlassen, der nach ihrem Hiüscheiden ihnen das Kaddisch nachsagen wird. Und keinen Sohn Israels gibt es» der, wenn auch nur ein Fünkchen Liebe zu seinem Bekenntnis in seinem Herzen noch lodert, die Pflicht des Kaddisch-Sagens zu verletzen vermöchte. Welches ist nun der Inhalt dieses Gebetes? Welche Gedanken enthält es? Gerade das, was wir am ehesten in ihm vermuten könnten, eine Fürbitte für das Seelenheil der Entschlafenen, suchen wir im Kaddisch vergebens. Was hat ihm aber gleichwohl die Bestimmung gegeben, Gebet der Leidtragenden zu sein? Es hat der Jude den größten Schmerz seines Lebens erfahren, wenn der kahle Hügel das Liebste, das er besessen, deckt. Seinem Herzen ist eine Wunde geschlagen, die schwer nur vernarbt. Namenlos ist das Weh, das ihn erfüllt, jede Freude scheint für immer gewichen aus seinem Herzen und jedes Lächeln gescheucht von seinem Antlitze. Da in dieser seiner tiefen Trauer tritt er hin vor versammelter Gemeinde und betet zu dem, der uns „Stab und Stütze bleibt zu jeder Zeit, auch dann wenn wir im Thale des Todesschattens wandeln", — und seinem Lippen entringt sich da§ Gebetsrbyrt: „Es möge verherrlicht und geheiligt werden Sein

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