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Jüdischer Volksbote · 1908-10-01 · 1 (10.1908) · p. Seite 14

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1908
Issue
1 (10.1908)
Date
1908-10-01
Page
Seite 14 (sequence 18)
Language
German
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einem von Sümpfen umgebenen Orte von Malaria, und in deren Gefolge von chronischem Siechtum befallen wird? Die bei uns vorhandenen hygienischen Einrichtungen aber machen es lohnend, sein Leben so einzurichten, daß infolge dieses Verhaltens so manche Schädigung der Gesundheit vermieden und der Körper widerstandsfähiger gemacht wird. Kenntnis und Vermeidung wirklicher Gefahren, ohne unnütze Furcht vor vermeintlichen oder geringen Gefahren, Abhärtung, Körperpflege, die Art der Ernährung und Kleidung, — nicht nur schützen, stählen sollen sie die Gesundheit. Die Hauptwaffe aber in diesem Kampfe, der Angelpunkt, um den sich alle hygienischen Bestrebungen drehen, das ist die Sauberkeit. Von ihr sei im Folgenden die Rede. Wie Fehler Äma Eini-Keit in feine Gemeinde brachte. Von Indäus. Lehrer Simon mar ein Lehrer von Gottes Gnaden. Er war nicht staatlich, aber vom Schistsal geprüft, schwer und oft geprüft und hatte alle diese Prüfungen glänzend bestanden. Seit 15 Jahren wad er Lehrer in Haffelbrunn, einer kleine» Landgemeinde mit 18 steuerzahlenden Mitglieder», und bezog ein festes jährliches Gehalt von ein Tausend Reichsmark. Wie er aus diesen Tausend Mark sich, seine Frau und 5 Kinder in anständiger ehrbarer Weise ernährte, das war eine Kunst für sich, die er neben seinen«, Lehrer- Cantoren- und Schächterberuf mit großer Meisterschaft pflegte. Die Kunst war umso größer! als seine kleine Gemeinde in fortgesetzter Uneinigkeit lebte. Die Mitglieder waren Handelsleute, die in dem kleinen Raum ihres Jntereffengebietes oft hart aneinander gerieten. In der Großstadt nennt man die Mißgunst und Scheelsucht, die sich da geltend macht, freie Konkurrenz; in Haffelbrunn nannte mau sie zutreffender noch bei ihren rechten Rainen: Kinno und Siuno, die oft zu Streitigkeiten, Prozeffen und Feindschaften jeder Art führten und sich vielfach von Eltern auf Kinder vererbten. Im Laufe der Jahre hatte man auch oft die geschäftlichen Anlässe, aus welchen diese Zwistigkeiten erwachsen waren, längst vergessen, sie waren dann in einem herabgeerbten grundlosen Haß — Sinuas Chinom — ausgeartet, der schlimmste von allen, gegen den es, weil er keine Ursache hat, auch keine Beschwichtigungsmittel g bt. So bildete die kleine Gemeinde zwei, drei und . mehr Parteien, die oft wechselten und oft über Nacht eine» anderen Charakter annahmen. Jtzig Hochheimer brauchte nur eine Kuh einem Bauer zu verkaufen, von dem Salme Perlstein glaubte, daß bas eigentlich sein Bauer sei, mit dem er allein das Recht hätte Geschäfte zu machen, oder Frau Mindel Thalheimer brauchte uui: an Jomtof mit einem schöneren Kleid sich zu zeigen als Frau Ettel Emmerich, so war der heilige Krieg erklärt. Im geschäft-

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