Jüdischer Volksbote
- Journal
- Jüdischer Volksbote
- Volume
- 1908
- Issue
- 1 (10.1908)
- Date
- 1908-10-01
- Page
- Seite 8 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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vollständig dürr find. Wer solche verwendet, hat die Mizwo nicht erfüllt. Die vier Arten bilden ein Ganzes, derart, daß wenn eine derselben fehlt, die Mizwa nicht erfüllt ist. Sie sollen Eigentnm desjenigen sein, der die Mizwa mit chnen erfülle» will. — Man nimmt einen Lnlow, drei Myrten und zwei Weide», bindet sie mit Lnlowblüttern fest zusammen, die Myrten etwas höher als die Weiden, und befestigt den Lnlow noch außerdem durch drei Rdlge, die ebenfalls aus Lulowblattern hergestellt werden. Man nimmt das Lulowgebinde in die rechte und den Esrog in die linke Hand, die Spitzen nach oben in der Richtung ihres Wachstums am Baum. Bor der Brocho soll der Stiel des Esrog nach oben gerichtet sein, nach derselben kehrt man ihn um, sodaß daun der Spitzenansatz (Pittum) nach oben kommt und wendet dann den. Lnlow nach Osten, Süden, Westen, Norden, in die Höhe und in die Tiefe. Wie Mizwas Schofar so fällt auch Mizwas Lnlow am ersten Snkkostage fort, wenn dieser, wie dieses Jahr, auf einen Schabbos fällt und zwar aus demselben oben erwähnte» Grunde. Außer den Bachweiden am Lnlow nimmt man amHoschanoRabbo auf Grund eines von den Propheten eingeführten Brauches noch ein besonderes — gewöhnlich aus fünf Zweigen bestehendes — Weidengebinde, das nach .der Ablegung des Lnlow auf dem Boden abgeschlagen wird. Es geschieht dies leider vielfach in wenig würdiger Weise, die bei dem tiefen Sinn dieses Brauches besonders uuangemeffen ist. Es wäre sehr zu wünschen, daß Vorsteher, Lehrer und alle, denen die Bedeutsamkeit dieser Mizwo und die Würde des Gotteshauses am Herzen liegt, ihren Einfluß geltend machen, um hier Wandel zu schaffen. ' $ Der SÄadbor-Zchiir auf den Lande. Bo« Pt. Mannheim«, Großherzogt. Landesrabbiner in Dttenßnrg. Auf dem Land« hat das Sabbathleben einen besonderen poetischen Reiz. — Während in der Großstadt dieses Leben sich mehr auf den engen Kreis der Familie konzentriert und der Oeffrntlichkeit sich mehr oder weuientzieht, bedeutet auf de« Laude der Schabbos das Ereignis des ganzen Ortes. Jeder Christ weiß, daß Schabbos ist, und genau auf dieselbe Minute ~ seinem antrdiluvianischen Cylinderhut „Schulen" Esther" wieder ihr seidenes Kleid anhat, das sie rn Nachbar „Mosche geht und daß die alte Ort kennt die Eigenart ehrfurchtsvolle inuerlich> sich vor 42 Jahre» zur Hochzeit ihres Sohnes machen ließ. Kurz, der ganze jedes einzelnen Juden, es herrscht eine harmonische Stimmnng auch bei den Christen. Denn diese haben große Hochachtung vor solchen Inden, die ihren Glauben strenge wahren und ihre Gebräuche ehrfurchtsvoll inuehalten. Sie freue« sich von ihren