Mannheim
Compact Memory

Jüdischer Volksbote · 1908-10-01 · 1 (10.1908) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1908
Issue
1 (10.1908)
Date
1908-10-01
Page
Seite 5 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4903180-5965933-5965949--019-4903194
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Länge und Kürze der Schofartöne hier unerwähnt bleiben. Dagegen sind die Bestimmungen, die sich an das An hören der Schofartöne knüpfen, vielfach nicht bekannt und werden daher oft so gröblich verletzt, daß die ganze Erfüllung der Mizwo in Frage gestellt wird Die Zuhörer müssen die Absicht haben, die gottgebotene Wicht des Schofarhörens zu erfüllen, während der Schofarblasende die Absicht haben muß, durch sei« Blasen allen Zuhörern die Erfüllung ihrer Pflicht zu er-, möglichen. Bon dem Augenblick an, in dem die Gemeinde ]SK auf die hsna tt6er Ttw ny'pn spricht bis nach dem letzten Schofarton ist jede Unterbrechung durch Sprechen u. dgl. untersagt. Das Schofarblasen zerfällt in zwei Teile, von welchem der erste Teil vor dem Muffaphgebete und der zweite während des Muffaphgebetes vollzogen wird. Beide Teile bilden ein Ganzes, und dürfen in keiner Weise unterbrochen werden. Gegen diese Bestimmung wird vielfach gefehlt. Biele verlassen sofort nach dem ersten Schofarblasen, vor Beginn des Muffaphgebetes die Synagoge und — frühstücken. Wenn es schon nicht statthaft ist, vor dem Hören des Schofar Speise und Trank zu sich zu nehmen, so ist es noch viel weniger zulässig, den einheitlichen Akt des Schofarbläsens durch Essen nnd Trinken und all die übrigen Dinge zu unterbrechen, die bei solchen Pausen unvermeidlich sind. Wenn, wie dieses Jahr, der erste Rosch Haschono-Tag mit dem Schabbos zusammentrifft, fällt das Schofarblasen am ersten Tage aus und erfolgt erst am zweiten Tage. Das Schofarblasen gehört zwar zu den Verrichtungen, die am Sckabbos an und für sich erlaubt sind. Es unterbleibt aber dennoch, auf Grund der Anordnung unserer Weisen, weil die Möglichkeit zu befürchten ist, daß, im Drange die Mizwo zu erfüllen, man den Schofar irrtümlich vier Ellen weit auf der Straße tragen und so das Verbot des Tragens am Sabbat v.on einem Besitzraum in den andern übertreten könne. Wie groß muß die ÄLnde des Tragens am SchabboS sein, wenn die bloße Möglichkeit seiner Uebertretung genügt, um die Mizwo des Schofarblasens am ersten Tage Rosch-Haschono ausfallen zu lassen! Und wie gedankenlos und inkonsequent handeln diejenigen, die mit ihren gefüllten Taschen sich über das Verbot des Tragens am Sabbath leichtsinnig hinwegsetzen und dabei doch nicht MizwaS Schofar am Sabbat erfülle», wegen der bloßen Möglichkeit, daß dieses selbe Verbot durch Erfüllung dieser Mizwo vielleicht übertreten werden könnte!! * * Jo« Kippur. Obwohl das Schofarblasen am Rosch Haschonoh nur in dem Willen GotteS seinen letzten Grund hat, und seine tiefste Bedeutung uns so wenig wie bei andern GotteSgeboten bekannt ist, so gilt der Schofarhall doch als Symbol für den Gottesruf. der die Gleichgiltigen und Leichtsinnigen zu ihrer Lebenspflicht zurückruft. Dieser Mckkehr zur verlassenen Wicht bedürfen wir alle und jederzeit. Aber die ersten Tage des neuen Jahres,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.