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Jüdischer Volksbote · 1908-10-01 · 1 (10.1908) · p. Seite 4

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Journal
Jüdischer Volksbote
Volume
1908
Issue
1 (10.1908)
Date
1908-10-01
Page
Seite 4 (sequence 8)
Language
German
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4 niger arbeitet und mehr genießt, wirtschaftlich vor allen derjenigen zurückstehen, die Tag und Nacht, früh und spät arbeiten und erwerben. §|n Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall. Selbst die geschworenen Feinde und diese zu. allermeist sprechen den Juden gerade im geschäftlichen Leben eine Ueberlegenheit zu, die Neid und Mißgunst wol absichtlich aufbauschen, die aber noch trotzdem groß genug ist, scheelsüchtig auf die Juden zu sehen, nicht weil sie es verdienen, sondern well sie verdienen. Naturgemäß? Naturgemäß wären wir Juden überhaupt nicht mehr da, naturgemäß hätten wir so wenig existiren können, wie sich ein Lamm unter siebzig Wölfen bebaupten kann. Und wenn sich das Lamm dock behauptet, so verdankt es seine Erhaltung nicht seiner Kraft und nickt seinem Witz, sondern der rettenden, schützenden, fürsorgenden Wundermacht seines Hirten. Diesem unserm Hirten zu folgen, ist und bleibt daher unsere höchste Weisheit. Dieser rückhaltlose, unbedingte Gehorsam ist für uns eine Lebensftage, ohne diesen Gehorsam sind wir verloren. Mer mit dieser freudigen Unterordnung unter den Willen und die Führung Gottes haben wir alles getan,, was wir für unser zellliches und ewiges Lebensglück AU tun permögen. Je innrer wir deshalb an der Pforte des neuen Jahres um ein glückliches Leben vor Gott im Gebete gerungen haben, um so freudiger müssen wir die Feierzeiten drehen, um so gewissenhafter müssen wir die Pflichten erfüllen, die Gottes Wille gerade an diese Zetten geknüpft hat. Wohl reicht ihr eigentlicher Zweck weit über das Ziel hinaus, daß unsere zeitlichen, irdsschen Wünsche anstreben. Wohl haben sie unsere sittliche Besserung und gessttge Vervollkommnung zum Gegenstand, wie wir das in jeder Brocho durch die Worte rmxoa wip nrx aussprechen, mit der wir die Erfüllung . einer Mizwo einletten. Mer selbst diejevigen, deren Blick nicht bis zu jenen höheren Gütern reicht, well sie die Sorge für zeitliches Leben, für Gesundheit, Wohlstand und Ehre gefangen hätt, selbst solche können für me Erfüllung ihrer Lebenswünsche nichts besseres tun, als den Wunsch desjenigen zu erfüllen, in dessen mächtiger Vaterhand allein die Gewährung und Abwendung alles dessen liegt, was wir zagend hoffen und bange fürchten. * * , * Sch,f,r. Die erste Mizwo, die mit dem neuen Jahre an uns herantritt, "ist Mizwas Echofar, die Pflicht d«S EchofarblafenS oder richtiger die deS Echofar-HörenS, wie, der Wortlaut der Brocho heißt, die vor ny’pn gesprochen wird. Da daS Blase» deS Echofar in. der Regel von kundigen, dazu berufene» Männern ausgeübt wird, so können die bezüglichen gesetzlichen Bestimmungen über Beschaffenhett des Echofar, über Zahl, Form,

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