Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 3/4 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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45 utiheiligen, unreiner, untrlü'ten Welt un/ur.chleii unj mit ihr »<> gut *» geht, abzufinden. Diese unheilige, unreine, uneriöstc Welt drangt «ich uns. ob wir wollen oder nicht, mit ihrem glitzernden Scheine und heimlichen Gifte übernächtig auf. Es sind weder die Besten noch die Ge>chcidtf M«n unter uns, die des naiven Glaubens sind, man brauche dieser Welt bloß den Rücken zu kehren, um sie los zu sein. R. B □sa Religiöse und wissenschaftliche Weltanschauung Von Rabbiner Dr. Hermann K le i n -Gelsenkirchen. Es ist wohl keiner unter den denkenden Menschen, der nicht hie und da mit mehr oder minder regem Interesse über den eigenartigen Konflikt nachgedacht hatte, der sich seit den Anfängen der modernen Wissenschaft mit ihren exakten Forschungsmethoden zwischen dieser und der überlieferten Religion entwickelt hat und mit den wachsenden Erfolgen der Wissenschaft immer mehr verschärft hat. Zwar hat es. besonders in neuerer Zeit, nicht an Versuchen gefehlt, den Frieden w eder herzustellen. Doch ist trotz all dieser Friedensschlüsse der Kampf nicht entschieden und es scheint fast, daß diesen Friedensschlüssen dasselbe Schicksal beschieden Ist, wie den Friedensschlüssen, mit denen die Mächtigen der ErJe den unseligsten und verderblichsten aller Kriege beenden wollen Das Charak• teriatische dieser Friedensschlüsse ist nämlich, daß sie die Konflikte. d:c die Menschen vor dem Kriege entzweit haben und die sie ebrn mit der SchBrfe des Schwertes lösen wollen, verewigen. Hat man wahrend de« Krieges gesagt, daß dieser Krieg eigentlich ein K'ieg gegen den Krieg se־. daß man nur deshalb Krieg führe, damit es keinen Krieg mehr gebe, so scheint man Frieden geschlossen zu haben, daß es nie mehr Frieden auf Erden werde. Die Parteien stehen sich noch immer erbittert gegenüber, alt ob das Heil einer jeden nur in der völligen Vernichtung des Gegner« bestehen könnte. Der objektive Denker wird leirht erkennen oder wen g«tcn» fühlen, daß selbst eine gewaltsame Unterdrückung einer der beiden Weitanschauungcn für die andere nur eine vorübergehende TriumphperioJe bedeuten könnte, und daß der nämliche Kampf wohl bald wieder entbrennen werde, vielleicht zum Verderben des zeitweiligen Siegers Nicht Stret ur.d Haß können diesen Konflikt aus der Welt schallen sondtrn e ne Ver• stlndigung der Gegner Selbstverständlich meinen wir nicht, daß durch schwächliche Kompromisse von beiden Seiten irgend etwa« für die Boseitigung des Konflikts getan wäre. Schwächliche K0111prom.«»c n der Welt der Ideen sind von vornherein jum Tode verurteilt Auch J:c Lötung, die namentlich im Mittelalter durch die sehr bequeme StJtm• ru! g einer .zwiefachen Wahrheit* tragt den Keim de» T>>dc» in »ich F re zwiefache Wahrheit ist eine einfache Lügv Ein derartiger Kor'ükt kur nur durch die Einsicht h hoben werden, daß d eser Konflikt von vornheח •.»׳ auf Irrtum und Mißverständnis beruht, daß ein derartiger Widersprach zwischen Wissenschaft und Religion sich in der menschl eher Vernur.tt gar nicht wirklich vorlmdet Aus den Tagen meiner Jugend. Ja ich d.1«