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Jüdische Monatshefte · 1921-01-01 · 3/4 (1921) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
8 (1921)
Issue
3/4 (1921)
Date
1921-01-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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44 Krteilcr und F.m,!langer die'es Unterrichts schon lange im Klaren Wir haben e« hier ledyhch m:l der Tneorie de! Thoralcrnens zu tun. Una da meinen wir a'lerd.ngs daü ein Tnora »elchrter der sich in der Pose des Weltfremlen gefüllt, zur Verunglimpfung der כ: — "•.■יל ,jedenfalls mehr beitragt. a's einer, der den Weltfremden nicht erst zu posieren braucht. Denn je mehr Jemsnd die Thora in sich zu verkörpern sucht, desto mehr müSte aus sc.nen Augen der weltweite Blick dieser Gottesschöpfung leuchten Der unreligöse oder antireligiöse Zionismus wäre niemals hoch• gekommen, wenn nicht weite Kreise der Jadenheit am weltumspannenden Wesen und an der weltbezwingenden Kraft des Gotteswortes irre ge* worden waren, oder sagen wir besser, wenn alle diejenigen, die den jüdischen Nationalismus verweltlicht haben, in ihrer Weltbetrachtung nicht von vornherein von einem Gegensatz zwischen Welt und Beshamidrasch ausgegangen waren Für die Weizmann und Sokolow ist Orthodoxie gleichbedeutend mit Lulowschütteln und Gemorolernen. Dies wäre kein Unglück, )0. dies wäre sogar die Wahrheit, wenn von diesen Beshamidrasch• deserteuren das Tun und Lassen orthodoxer Menschen nicht als romantischer Traum, nicht als Absage an alle lebendige Wirklichkeit, sondern in seinem kosmischen Zusammenhänge, in seiner weltlichen Fruchtbarkeit begriffen würde. So aber wird von diesem in seinem Welthunger zur Gottlosigkeit abirrenden Zionismus der unvergleichliche irdische Nährwert, der den Mimmelsmanna innewohnt, mit welchem das Gotteswort seine auf Gott vertrauenden und sch Gott unterordnenden Jünger speist, nicht einmal geahnt, geschweige denn geschätzt, und es erstehen Juden, die unter dem Beifall von Tausenden in einer radikalen Ueberwindung des alten Beshamidrasch-Judentums die Rettung ihres Volkes erblicken. Darin gerade haben wir ja den groSen Vorzug unserer westlichen Orthodoxie im Vergleich zur östlichen zu erblicken, daS wir mit unserer immerhin schon Jahrzehnte zurückl egenden F.manzipationsvergangenheit die ersten Kinder• krankheiten dieser f'erioJe überwunden haben. Wenn uns auch das umfassende Wissen talmudischer Einzelheiten fehlt, mit welchem unsere östliehen Brüder vielfach zu brillieren und uns zu imponieren pflegen, so steht doch an innerem, lebendigem Wert die Eigenart unseres jüdischen Denkens und Fühlens, die überall nach Sinn, nach Tendenz, nach praktischer Aus- Wirkung im wirklichen Leben fragt und das gesamte Detail von Gesetz und Lehre zu einem einheitlichen Bilde zu formen sucht, der mechanischen Stolfanh.lufung im Hirne, auf die nicht selten östliches Vielwissen hinauszulaufen pllegf zutn.ndest nicht nach. sodaß wir uns durchaus für berechtigt halten dürfen, einen deutschen Amhaarez, der bei aller talmudischen Ignoranz die We 'heit de' Gotteswortes voll ehrfürchtiger Scheu für die l'lulosophie all* r f'li.losophlen hält, als ein wertvolleres Glied der jüdischen Gemeinschaft nnzu»eh• n hIs einen östlichen Jeschiwa-prößling, der in Hülle und Fülle allerhand Thoraw;"ensstoff im Kopfe aulgespeichert hat, der aber nur einen Vortrag von f'rof Ein'lmn zu hören braucht, um den Zielen »eines bisherigen f hrgei/es Adieu zu sagen Hüten wir uns. den begruUenswerlen Drang zur Jeschiwa zu einer Art ße!»t.ger Selbstmordepidemie aii'arti n zu lassen' Noch ist der Moschmih nicht la dir das l'nreire aus der Welt verbannt und alles unlu g• F11.tr zu A-rhe werd! 11 läßt. Noch haben wir un» alle in einer

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