Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 3/4 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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fing war's Gott, der Himmel und Erde schuf" nicht lesen, ohne nn die lausend Irrwege zu denken, die seit Menschcr.gedenkcn nachdenkliche Weltbctrachter gewandelt sind, um die Fülle der sie verwirrenden Er scheinungen zu einem harmonischen Weltbilde zu formen, und wir empfinden hierbei einen unausweichlichen Zwang, diesen ersten Satz der biblischen Philosophie mit den AeuBerungen unheiligtr Weltweiser und stolzer VernunftvergOttercr in Vergleich zu setzen Hören und lesen wir vom Subbath. dann fühlen wir uns in den Strudel der sozialen Kümpfe hineingezogen, dann laßt uns die Ruhepflicht des siebten Gottestages mit ihrem auch Knechten und Tieren Stillstand gebietenden und Erlö«urg verheißenden Friedensrufe an die Geschichte der Ebjoniten von den Tagen des Nazareners bis zur Zeit der Lenin und Trotzki denken, und im Lichte des ewigen Gotteswortes von der nur in Gott und aus Gott zu gtwinntnden Glück- Seligkeit aller Menschen wollen uns alle Versuche des Sozialismus zur Scha fung einer auf Gerechtigkeit und Liebe beruhenden Gesellschaft wie verwehte Stammellaute der biblischen Gesellschaftslehre, dieses gewaltigsten aller sozialistischen Manifeste, erscheinen. Und so gibt cs keinen Abschnitt, keinen Satz, kein Wort im Gotlesbuche, woraus wir nicht die Gewißheit schöpfen, daß Israel wohl die wichtigste aller üottesschöpfungen ist, daß et aber außer Israel auch noch eine Menschheit, außer der Erde auch noch andere Weltkörper, außer den in Buchstubtn verew-'gten Gottesbuche auch noch ein Gottesbuch der Natur gibt, das nicht in Buchstaben, sondern in Körpern, Organen, Blut und Nerven, in Bergen und Tülern. in Strömen und Meeren, in den Wundern der Gestirne und aus den Geheimnissen des Lebens und Strebens zu uns spricht. Dieser Blick aufs Ganze, dieses innere Verbundensein und Zusammenklingen der Seele mit allen Gottesoffenbarungen in der weiten Gotteswelt kann aber nur durch innige Liebe zu diesem Ganzen und aus ehrfürchtiger Scheu vor der Gesamtheit aller Gottesjffenbarungen gewonnen werden Kein wirkliches Kind Gottes wird in der Welt Gottes ein Fremder sein wollen. Wer sich in dieser Gotteswelt nicht heimisch fühlt, wer aus Welt und Beshamidrasch einen Gegensatz konstruiert, den man nicht beseitigen könne, ohne den Ruin des Thoralernens herbeizuführen, der hat von der wahren Thora niemals einen Hauch verspürt Laßt uns doch endlich aufhören, die Gestalt des ,,weltfremden Thoragelehrten ", dessen Welt das Beshamidrasch sei. als das Idealbild jüdischen Menschentums hin/ustellen Weltfremde Thoragel ehrte giht es nicht Wer e!n echter Thoraweiser ist, der ist nicht weltfremd, und wer weltfremJ ist. der ist nicht thoraweise. Wir sollen doch Gott nuchnhmen. Unser ganzes Leben soll doch ein immerwiihrenJes Bemühen sein, uns zur Hc.ligkeitsslule Gotte» zu erheben, und der ist der größte, höchste, he.ligste, we'seste. wer Gott am nlchsten kommt Meint ihr vielleicht, daß Gott weltfremd sei? Wir haben es hier nicht mit Fragen der praktischen Padagog k zu tun. Darüber kann auf GrunJ jahrz!hntelanger Erf 1'irjng .-n ke n Zweitel bestehen, daß bei der vielfach üblichen;•'7: ־־ך א ”*Erziehung ,!er pi• דרך besser wegkoin nt als die ־,*W UnJ daß der ׳ י!genannte Rebg׳ ■nsunterricht, wie er in den me sten jüdischen Gemeinden Deutschlands 11 t Menschenaltern erteilt wrd. n cht nur nicht selber — ־.׳ ist, sonJe׳n r.cht einmal den Appetit zur Kenntet dieser -־־ reizt, darüber sind ti*h d e