Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 3/4 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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34 Glück an 4 Vergängliche geknüpft — und Öde ist dir das Leben, sobald sie verblühen — ihr Blühen zu verlängern, liegt nicht in deiner Hand Kannst du Gesundheit und Stärke bewahren vor jeder Gefährdung und Entkräftung? Kannst du ewige Geistesklarheit dir verbürgen? ist denn der Besitz, Geld und Gut, Reichtum und Pracht deiner Macht hingegeben? kannst du den Elementen gebieten, daß sie dira nicht vernichten? kannst du die Zeitenläufte bannen, daS die Ereignisse nicht den Besitzstand ändern? — und Freundschaft, Liebe? kannst du auch das Leben der Teueren ver- Ungern, an die das Leben dich in Freundschaft und Liebe geknüpft!׳ Und kannst du auch deines Bruders, deiner Schwester Gemüt und Gesinnung bannen, daB die Zeit in ihrer Liebe ur.d Achtung und ihrem Dankgefühl nichts ändere, daB statt Liebe, Achtung und Dankesblüten — Gleichgültigkeit und Undanksdorn dir wuchern? Blüten sind! auf unserem Lebenswege — wir sollen sie genieBen, uns ihrer freuen' Aber wenn wir nichts höheres haben als' sie, dieser GcnuB unseres Lebens alleiniger Inhalt ist, ja, wenn wir sie nicht als eine Gabe des leitenden väterlichen Hirten genießen, in ihm nur Mittel zur Erfüllung unseres Lebens erblicken und nichts Dauerndes haben und nichts als diesen BlütengenuB — so tönt uns Prophetensang: *שדד, גבי" r:• ,וכי• חנדי נציין הש־־ה -v ואם״ סד. אקיא? כרי דבשי I קד* א־ס* ר,יא ץ כי ריד ד :**בה נ׳ אכן ישר* ד7ס■*' So ist auch unser Lebensglück nur Gr^s und Blüte — wir selbst nur Feldblumen, Gras wird dürr, Blüte welkt — wir selbst wir welken — mit' Aber י*א א־ס*, — ד. דע־ sprichst du mit dem Harfenton ה׳ ״זד Gott ist mir Hirtel und begleitet der Ton dich durchs Leben; dann fü^st du froh und heiter an א־ס־ aS' mir kann, mir wird nichts fehlen! Und dein Spruch ist wahr' Siehst du den Hirten auf deiner Lebensau. siehst ihn, begreifst ihn, und lächelt dein Auge ihm, sein Vaterauge dir zu! 0! gehe nur durchs Leben, es kann dir die Frrude, die wahre, den Seelenfrieden nicht rauben, mag alles wechseln und wandeln, jeder Wechsel ist dir neues Leben, jedes Welken neue Blüte, dir, das Leben hat keine Dornen für dich oder seine Dornen wunden dich nicht, alles Blüte — auch die Dornen, Blüten eigener Art: *:״א אד sprich, es gibt für dich kein Unglück' Staunet nicht, Brüder, des kühnen Worts' Haben wir nur die wahre Lebensansicht — so gibt's kein Unglück mehr' ס*—, ,1א —ע ־:- רע *:t, das ist der ganze Talismann für Lebenswanderung! .Betrachte das Leben als eine Aufgabe — und du kennst kein Unglück mehr'* Siehst du das Auge, das dich weidet, ahnst, fühlst, weißt du, wie er auch dich ins Leben gestellt, wie deine Schöpfungsbrüder alle, ahnst, fühlst, weißt du, daB auch dir ein Auftrag geworden im Leben, erster Diener deines Schöpfers zu sein, Voll• •treckcr, Förderer seines Willens; dann siehst du deine Lebensau mit anderen Augen an in sie bist du gesetzt, dir Blüten gestreu , dir Dornen gepflanzt, beide Gaben einer Hand, wirst nach Dornen, nach Genuß, nach Darben dein Leben nicht schützen das wird deines Lebens Schätzurg sein, ob und wie, du umduftet von Blüten oder von Dornen umgeben, die Blüten zur SegcnsfAucht erzogen dir und andern, in Dornen stark und fe»t geblieben und gefördert, was du gekonnt, ob du gerecht gewesen, gerecht gegen deine Welt und Dich, gi recht gegen Gott und andere, ob du im Glück und Unglück deine Pfl cht geübt das bestimmt dein Glück, das deinen inneren Frieden, und dann lebt sichs leicht und froh' Zu etwas