Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 3/4 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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32 •7״ ,ל׳ ־Gott mir Hrte'" Denn weißt Du, mein BruJer, was sie umfassen, fliese wenigen Silben ־ל ־;״? D»י־ Lehens ganzen Inhalt, des Leben« ganze Ansicht, stärkende und beseligende Ansicht’ ־ Er, der Herr, der mit Schöpferwort das All hervorgerufen, der die ewigen Geseire geschrieben, nach denen das große Ganze sich entwickelt. Er, der hoch über dir den Himmel wölbt, und der Sternwclten Sphären führt am Firmament in ewig stillem Gange — Er, der rings um dich auf der Erde den schönen Wechseltanz der Zeiten lenkt und im Frühlingswort die Erde neu verjüngt — Er, der auch die großen Gänge der Geschichte lenkt, und Staaten an Staaten wie Welle an Welle zerschellt undVölker durch Völker zertrümmert — und über und aus dem Allersterben auch Menschenleben neu verjüngt hervorruft — Er '.t, dessen Auge so auf's All, auf alles Große, Umfassende gerichtet — der so hoch und heilig auf Weltenthrone thront — Er ist auch T\ Er hat auch in dieses große Ganze dich, den einzelnen, gesetzt und hat sein Auge auf dich' wie Er der Welten Jahrtausende zählt, so hat Er auch jedes deiner verrinnenden Lebensmomente gezählt. - wie Er Kraft und Gedeihen und Leben und Entwicklung dem großen Ganzen hervorrief und erhält, so hat er auch dir, dem einzelnen, Leben bereitet nnd Kraft und Fortschritt und Entwicklung und leihet dir die Mittel zum Leben, — wie Gerechtigkeit und Liebe die Gesetze sind, nach denen Er das Ganze erhält und lenkt, Leben liebevoll leiht, aber mißbrauchtes Leben gerecht hinausweist aus dem Kreise der Lebendigen — so waltet seine Liebe und Gerechtigkeit auch über dich, den Einzelnen, seine Liebe gibt dir Leben und Lebensauftrag, seine Gerechtigkeit weist dich streng in die Schranken zurück, wenn du hinausschweifst und seine Liebe mißbrauchst; wie Er die große Wage der Weltgeschichte hält, kein Volk den Weg zum Grabe gehet, es hatte denn der Herr den Stab darüber gebrochen, kein Volk neu auftaucht aus dem Zcitenmeer zum neuen Leben, es hätte denn der Herr das ״Werde“ auzgesprochen; so gibt es auch keine leise Fügung in deinem kleinen Leben, die Er nicht gefügt, Er ist Welt- und Völkerhirte, lenkt und leitet Welt und Völker den Weg seines Zweckes, Er ist auch לעי dein und mein Hirte, mein Bruder, unser Leben auch ein Laut seines Schöpfungswortes, Mitzweck der ganzen Vergangenheit, Mitmittel zur ganzen Zukunft, wir selbst Mitwirker zum Gotteszweck und, hör* mein Bruder' unser ganzes Leben nach seinem Glück und Unglück, nach Freud und Leid nicht zu schätzen — Glück und Unglück, Freud und feid die Lcbenspeoc nur, die unser Hirt uns finden laßt, auf daß wir erstarken nach seinem Willen, — Glück und Unglück. Freud und Leid, kurz, das ganzcLebcn mit ■-einem Geschick nur Aufgabe für unsere Tätigkeit, mit unserem kräftigen, rüstigen Willen, nach verliehenen Gaben den Lebenszweck zu erfüllen Sich' mein Bruder, solche Lebensansicht lebt in wenigen Silben 'ר ״ע,׳! Aber wem käme sic heutigen Tags noch vom Herzen-* Der große GeJankc des ullsvhenden. allliebcnd walten len Vater - auges ist uns - zu unbeq lern für unsere Welt insicht, noch unbequemer ür das eigene L eben . da schraubt unsere überall aushclfende Klügele׳ den Begriff >>0 hoch hai.iuf—bis hinau-über Wolken unJ Himmeln, unsere bescheidene Heuchelei set/t uns ״den Erdcnwurin '׳׳ so tief herub, damit hur ja recht weit die Kluft erscheine zwischen Gesell >pf und Schöpf!■r. jtwitchcn Vater und Kind״ ׳Ach* Gott ist so groß, so hoch, so Uberuller-