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Jüdische Monatshefte · 1921-01-01 · 1/2 (1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
8 (1921)
Issue
1/2 (1921)
Date
1921-01-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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Ein unseliger Stern lug von Anbeginn Uber der Austrittssuche. Ohne aich der Trag *eite ihres Handelns bewußt zu sein, haben Bamberger und Hildesheimer, die beide in der theoretischen Bewertung des Austrittsgedankens völlig eines Sinnes mit Hirsch waren, diesem Gedanken die Kraft seiner praktischen Auswirkung zerbrochen Horovitz war blos die Schere, mit der Delila Simsons Locken zerschnitt. R. B. כ^ס Grundsätzliches zur Prophetenlektüre. Wie Propheten gelesen sein wollen, was wir aus ihren Worten herauszuhören, was wir in ihnen zu suchen, von ihnen zn erwarten haben, wortlber wir uns Klarheit ur.d Belehrung zu holen haben? Bei unserer Ertüchtigung ala Juden stellt sich die Beantwortung dieser Fiagen vielleicht als das bedeutungsvollste Moment dar. Wie Propheten nicht gelesen werden dürfen? Muß es noch gesagt werden?*) Aus dem positiven Bild, das wir in aller Kürze uns entwickeln wollen, mag die Kehrseite sich von selber ergeben. Propheten wollen in Heiligkeit gelesen werden, als göttliche Führer,' von Gott erwdhlt, daß sie uns helfen, das Leben in seiner Rätselhaftigkeit zu begreifen.**) Propheten treten in aller Lebendigkeit in unsere Mitte, dürfen für uns nimmer gestorben sein. So selbstverständlich es für uns ist, daß das Gotteswort der Thora :••ד z:rx ,—!־ א;נ■ ד־rx in ewig, lebendiger, frischer Unmittelbarkeit zu uns spricht, so dürfen Prophetenworte, die unzertrennlich mit der Thora uns in die Hand gegeben sind, nimmer als .kulturhistorisch bedeutsame'Urkunden, als Stimmen aus längst verklungener Zeit bewertet werden. Ewigkeitswort spricht aus ihnen zu uns (Megilla 14a) Propheten wollen dem .Mer.schenboden dienen“ ,::א rc־H א־ש ע,:־ (Sech. 13, 5). die Erlösung der Erde von fluchwürdigen Fesseln, in die sie eine gottentfremdete Menschheit geschlagen, ,::*כי א-5 יי (das) und die Zurbckgewinnur g der Menschheit für ihre ursprüngliche, reine göttliche Bestimmung ist ihre heiligste Aufgabe. Propheten treten als unsere Lehrer an uns heran: ,Gott gab mir eine Sprache für Schüler, zur rechten Zeit an den Müden das Wort zu richten“ (Jes. V), 4 — und erwarten, daß wir als Schüler zu ihnen aufblicken. Zur Beiinnung, zur Nachdenklichkeit rütteln sie auf. Als Gegenwartswort tör.t es aus den Jahrtausenden zu uns. Das Leben stürmt mit seinen Forderungen an euch heran, das unheilige, gottertfremdete Zu den Propheten flüchtet, daß sie euch helfen, wenn es euch zu schwer wird, wenn die Klarheit und die Besinnung euch zu schwinden drohen Gesundung und Kraft winkt euch von ihnen1 Denn sic haben die Lüge m.d die Heuchelei zerrisse••’, mit der L'nkenntnls und Trägheit, Erbärmlichkeit und Heuchelei euch dem köstlichsten Lebensgut zu entfremden, es euch bis zur Unkenntlichkeit zu verfälschen drohen le-et ihre Bücher von Anfang bis zu End.׳־ dieser gewaltigen Auf- •) Wir tr1»n.rn .111' 1111• •11• vt.h tii'lliiiirf D.xrf in D*-1׳t*׳r ׳j*־’»ja »,i'li-hrt wer■t״n Jahrg t ft. ft II **) Vjl üai 11111:11 t|!-s Oal11th|>rupbet*-n jnhiskel Jahrg T, Heft 11 — 12

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