Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 1/2 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Kraft in und Leben das jüdische Heiligtum wieder erstehen und der Bruch der /״eiten gclu-ilt sein. C3SD Hirsch, Hildesheimer und Horovitz. D■ war vor kurum ein interessanter Streit zwisihen dem .Israelit“ und der .Jüdischen Presse“ über die Stellung lsraer Hildesheimers zur Austrittsfragc im allgemeinen und zu Marcus Horovitz insbesondere. Marcus Horovitz' Sohn, Jacob Horovitz, wies in vielspaltigen Ausführungen nach, welch inniges Verhältnis zwischen seinem Vater und Hildesheimer bestand, das sich nur damit erklären lasse, daß Hildesheimer in der Austrittsfrage den intr. n-igen.en Standpunkt Hirsch'!», wonach der Austritt aus einer Reformgeineinde auch nach der Schaffung einer orthodoxen Filiale geboten sei, eben nicht gelebt habe Dagegen ließ sich der .1-raelit* nicht da» on abbringen, daß Hildesheimer in der Austrittsfrage tlicoretisch-halachisch sich von Hirsch in nichts unterschieden habe und nur durch sein von Liebe zu seinem Schüler Marcus Horovitz überströmendes Herz dazu gedrängt worden sei, das innig* Freundschaftsverhältnis zu diesem seinem Schüler auch späterhin aulrcchtzuerhalien, als Horowitz die orthodoxe Fitiule der Frankfurter Reformgt me nde gegen den Willen seines Lehrers übernommen hatte. Dieser Streit ist zunächst deshalb interessant, weil die maßgebenden Persönlichkeiten der gegenwärtigen Generation der deutschen Orthodox’e Hirsch, Hildesheimer und Horovitz noch gekannt und in ihrem Wesen und Wirken mit eigenen Augen beobachtet haben und sich trotzdem über deren gegenseitige Bezieh»! gen in tiner grundlegenden religionspolitischcn Frage in einer so unversöhnlich« n Meinet gsvuschic d< nheit befinden, als gälte cs die Klärung eines Jahrhunderte zurückliegenden historischen Problems. Interessant ist dieser Streit aber auch, weil er beweist, daß die stille Hoffnung, die noch vor wenigen Jahren bestand, es würden die Wogen der Agudas Jisrot I-Bew׳< gung den Austrittskampf als eine überwundene Sache aus dem Gedächtnis der Orthodoxie spülen, die allmählich lernen werde, in Kontinenten zu denken, naiv ur.d trügeri'ch war Die Austrittssache ist noch heute so aktuell wie am ersten Tag•. Und sie wird es bleiben, solange es in der Welt Juden geben wird, die in einer Reformgemeinde etwas anderes als eine ־.דד* sehen und die Wahrhaftigkeit in rclgiO-m Dingen als eine das Gewissen tindende heilige Virpilichtung bi greifen. Wenn neu auch wir >11 der Sache HildC'heimer-Horovilz das Wort ergreifen •>0 mö^htin wir nicht tut neuen Dokumenten aufwarten, sondern von der liulurcn Warte pathologischer Prüfung einen Beitrag zur Klärung dos Streiten Intern Wer dm Stumlpurkt Hirsch s in der Auslrittsfrage richtig verstehen will, der muß udi vor allen Ding! n nicht einrtden, daß man zur Forderung eines Austritts aus emtr Gemeii de, die sich |üd -ch nennt, jemals auf Grund einer ruhig sachlichen Erörterung der in F age stehenden Grund- Sätze, י re t1•־׳ *f vtiii•.,. zu gelangen vc-rr.r.chfo Emen Austrttska׳npf sine tra et studio g bt cs nicht. Der Austritt ist aus tiefem, flammendem