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Jüdische Monatshefte · 1921-01-01 · 1/2 (1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
8 (1921)
Issue
1/2 (1921)
Date
1921-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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6 Du bist Jude, jüdischer Sohn der Vergangenheit, und du wolltest, als wärst du wirklich vergangen, in der Gegenwart, für die Gegenwart und für die jüdische Zukunft die Kräfte nicht mühen? Hättest deine Aufgäbe als Jude gelbst, seufzend nur der Vergangenheit zu denken und erschreckt Uber die G’staltungen der Gegenwart, betrübt die Hände in den Schoß zu legen5 Ghubst an die Göttlichkeit der jüdischen Vergangenheit und verzweifelst an Gott in der jüdischen Gegenwart, verzweifelst an der jüdischen Zukunft und Gott? Hast geerbt, was Jahrtausende gepflegt und willst nicht versuchen, es auf die nächste Generation zu vererben? Bist Jude, jüdischer Sohn der Vergangenheit, und willst deine groQe, große Aufgabe in der Gegenwart nicht kennen? Bist Jude, und kannst die Unwissenheit und den Leichtsinn, die Verleumdung und die Lüge dein Heiligtum zerstören sehen, ohne dich zu regen und den Kampf für dein Heiligtum zu wagen? So du zitterst im Sturm der Tage, so dich der Tage Sturm nicht gerade erk*äftigt, erhebt, freudig erhebt, die Herrlichkeit deines Gottes im Wetter zu schauen, mit jeder Faser, jedem Nerv, jeder Sehne deines Wesens fest das Heft des Judentums zu fassen und mit wachsender Kraft dreimal herrlicher deine Aufgabe zu lösen, mit sturmgemehrter Liebe in dreimal groQer Hingebung die Größe der jüdischen Aufgabe zu verherrliehen, so im Sturme nicht dein Mut, nicht deine Liebe, nicht dein Ernst, nicht deine Kraft wachset, hast du den Namen Jude wohl ererbt — aber die Kraft des jüdischen Namens nicht mit überkommen Juden sind wir und haben als Juden in jeder Zeit nur eine Aufgabe• Die ה—r, diese Offenbarung des göttlichen Bundes mit uns und des gö|tliehen Willens an uns, immer klarer zu erkennen und immer herrlicher zu erfüllen, so lautet die Aufgabe für uns in jeder Zeit. Es hat der Einzelne keine Kraft, keinen Beruf, keine Lebensbeziehung, kein Lebensmomer.t, das anderem als dieser Aufgabe geweiht sein solle. Es hat die Gemeinschalt keinen andern Einigungspunkt als die gemeinschaftliche Lösung dieser Aufgabe, die eben durch Vereinigung der Kräfte um so umfassender gelöst werden und in der unsterblichen Persönlichkeit einer Gesamtheit ihren ewigen Träger finden soll. Wie unsere Väter einst, so standen und stehen alle ihre Folgegesclilechter um d*־n Sinai, die Thauro ist das Höheziel, dem unablässig zuge«trebt werden soll, der Thauro Anforderungen das große Lebensideal, das seine Verwirklichung immer treuer, immer wahrer im Lehen jedes jüdischen Einzelnen und jeder jüdischen Gesamtheit finden s >11. War noch in keiner Zeit das Ideal der Thauro im jüdischen Kreise voll verwirklicht, gab's noch keine Zeit, wo ihr Geist alle Glieder der jüdischen Gesamtheit erfüllte, ihr Geist jede Hütte in Israel erbaute, wo alle ihre Anforderungen voll verwirklicht waren und das Leben der jüdischen Gesamtheit sich nur als herrliche Verwirklichung der Thauroidee darstellte, war diese Zeit auch nie, so wird, so soll sie es werden, und nicht die Vergangenheit, die Zukunft, die ganze, volle Zukunft, unsere ganze,'volle Zukunft gehört der Thauro an, dieser Zukunft schlägt jeder Pultschlag in unseren Adern Tag für Tag tönt noch die mihnende Stimme vom Horeb und wird *n lange tönen, bis sie Erhörung gefunden, volle, gnnze Prhörung gefunden. Wie daher jeder Einzelne in!edem Augenblicke jeder Zeit sich prüfend fragen «ollte, wie stehe ich zur Thauro, bin ich vertraut mit ihrem

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