Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 9/10 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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:2« Religionslose Ethik י Fortsetzung des Lehens verpflichtet, für das die Toten einst gelebt. Und die Toten werden den Lebenden zum Lehen verhelfen und im Gebet vor Gottes Thron für das Lehen der Lebenden flehen (:-אד־ :־־ •צ,:ד,™• עי‘,;• ־־ד —). Denn die Toten wollen, dah die Lebenden leben. I. Br. Religionslose Ethik? Von l»r II c1׳ in .11111 h I 11 111 ■י‘l«c11׳k1r< In'n. (Schluk) VIII. Man kann die ewige Glückseligkeit unter verfchiedenen Geluhtspunkten betrachten und beabfichtigen als eigene Beseligung und Vollendung, als Anfchauung und Liebe Gottes, als Gott selbst, das unendliche Seligkeitsgut, als vorgefchrjebenes Endziel und endluh als wesentlichen Bestandteil des höchsten Endzweckes. Der alles überragende Wert der fittlich guten Handlung beruht allerdings in deren Hinordnung auf Gotf, als den obersten Weltzweck, oder als das höchste Zielgut. Die ewige Seligkeit dagegen, insofern fie des Menfchen eigenes Gut ist, gehört zu den gefchaffenen Gütern, hat keinen unendlichen Wert und kann also für lieh allein nicht Grundlage oder Mahstab der fittlichen Werlsetzung sein. Demnach darf keiner Pflicht- oder Tugendhandlung, die unser eigenes Glück bezweckt, die Beziehung auf Gotf fehlen. Da aber Gott selbst unser höchstes .Seligkeitsgut sein will, so ist unser Streben nach dem Seelenheil letzthin notwendig auch auf ihn gerichtet; mithin find es jene gufen Werke ebenfalls, die unmittelhar und ausdrücklich nur zu unserem ewigen Glücke gefchehen. Es gibt also Abfichfen und Beweggründe, die weder einer unfittliehen Selbstsucht, noch einer unnatürlichen Selbstloflgkeit angehören. Dieser Gedanke liegt viellwcht einem Worte des ל־־ ד zugrunde.