Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 9/10 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 35)
- Language
- German
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J.1hr7c1t. dir gegen drn gefährlichsten Frirul dss Lehens anzukampten geeignet ffheinen, die der gedankenlolen l.ebensgemächlirhkeit lieh mahnend entgegenstellen. Uralter, in talmudifchen Zeiten vielleicht (chon vorhandener Brauch (s. Schehupth 20), Iaht den Tag lastend begehen. Doch tritt gesteigertes Thorastudium dem Fasten ebenhürtig zur Seite. Denn nicht durch Fasten, sondern durch, aus bereichertem Wissen fliehenden, Kntfrhluh zur erhöhten Pflichttreue wird das Andenken des Toten geehrt. Dieser Fntfchluh aber spricht lieh im Kadifch aus, zu dem die Erinnerung an den Toten die Nachlebenden bestimmt. Und die Toten leben. Das Licht, das ihrem (!edachtms entzündet wird (ein Brauch, der vielleicht auch Ichon in tnlmudilrhe Zeiten zurückreicht s. Kesuboth 103), richtet die stille Mahnung an die Lebenden, Sorge zu tragen, dah auch in ihrer Mitte das Leben des Heimgegangenen nicht verlöfche. Und Ichliehlirh der (lang nach dem .Haus der Lebenden", wie mdifcher (iedanke, dem ewiges Fortleben und endliche Aulerstehun»! (lewihheit ist, die (iräberstätte zu nennen pflegt : auch er soll nicht wehmütigen Todesgedanken allein geweiht sein. Wohl tut es freilich bisweilen not, die erbärmliche (iedankenloligkeit, die so manche blühende I.ebenskratt in die Ketten irdilchen (ienusses und materieller Befitzerraftung fchmiedet. den kecken Übermut, der keine Schranken achtet, und den Irivolen l.eichtlinn, der ewige Lebensgüter in toller Laune verspielt, vor den Anblick menfchlicher Hintälligkeit zu stellen (Ihanith In: *"ד* ׳־*יא,־ ־־:־•־. — אד ־ כדר :;c1־;■• ־«J—'•;־*•'יא‘), damit lieh ihnen inmitten aller Vergänglichkeit der Blick für das Ewige entfchleiere. die loten aber wollen nicht nur warnen, lie wollen auch zum Leben verliehen. Nicht prunkvolle Denkmäler sollen lieh aut ihren ('!rabern erheben (Schekalim 7;—־v1■;־׳;,t; ■■א;■":׳). Wehe dem Toten, dessen Erinnerung* nur durch das Denkmal geweckt wird' Die (chmuck lose Belcheidenheit des Steines lose das (iedachtnis an das un vergänglich Bleibende aus, das einen! teilen pflichttreuen l eben aut Erden hefchieden ist. Und wenn lieh in seinem Anblick die Erinnerung an das Leben und Streben des Heimgegangenen erneuert, dann Ichlmge lieh das Band, das für immer die Lebenden mit den Dnhingefchirdenen vereint und die Lebenden zur rüstigen