Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 9/10 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/4900572-5964867-5964978--2542-4903040- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
kaporui1i»—-וי Spuren (einer Hinfälligkeit und Vergänglichkeit verliert und Anteil an göttlicher Ewigkeit gewinnt. Kaporo ist das Zauberwort, das die Träne der Verzweiflung trocknet und Lebensbotfchaft hinträgt, wo verlorenes Menfchendatein in hoffnungslosem Siechlum auf den Trümmern erstorbener Lebenshoffnungen dahinzufchwinden fchien. Was aber hat mit diesem heiligsten, stolzesten Begriff, den der Gottesgriflel in unser I.ebensbuch gefchrieben, der Brauch zu tun. der in den weitesten jüdifchen Kreisen in den ernsten Rüsttagen des |om hakippurim bisweilen eine Pflege findet, wie lie göttlichen Pflichtgeboten kaum zuteil wird * Wir nahmen vor einigen jahren *) Gelegenheit, uns die Gedanken zu entwickeln, die dem M'lalchlich”-Bruuch zu Grunde liegen. Wir hatten in diesem Zusammenhang auch von ״Kapores" reden sollen, fchon deshalb, weil diese beiden Institutionen das gleiche Schicksal erfahren haben. Der Aberglaube hat lidi ihrer bemächtigt und klammert lieh mit einer Zähigkeit an ihre Ausübung, als ob die Kaporo des lom hakippurim von ihnen bedingt wäre. Die Grundsätze und Anfchauungen, die wir damals entwickelten und die aus der Wahrheit jüdifcher Lebensauffassung und der Erhabenheit der iridüchen Gedankenwelt lieh ohne weiteres ergaben, lii! I auch hier umso mehr in aller Klarheit festzuhalten, als die Gefahr besteht, duh das heiligste Palladium göttlicher Gnmlenwaltung, unter dessen Beistand der Menfch in seiner unverwüstlichen göttlichen drohe lieh erhebt, durch Unverstand und Oberflächlichkeit, durch gewollte oder auch unbewußte Gedankenloligkei! empfindliche Trübung erleiden kann. Aus diesen Erwägungen heraus haben Geilleslürlten wie Ramhan und Rafcl ho lidi für die Aufhebung dieses Minhag. bei dem lie uniüdilche ,am»• ritilche Handlungsweise" und unkontrollierbaren sträflichen Aberglauben beliirchleten, ausgesprochen. und wenn trotzdem die für unsere l.ehenspruxis mahgehen.l• ’•teinun* von R Molche Isserles tür die Beibeha'tung dieses BrauiJis lieh entlchieden hat, wobei lie lict> nul :':-־••-׳: ־. ־:א herulen konnte, die das hohe Alter dieses Mmhags <־.־־־•• von dem auch RalcJu in seinem lalmud kommen!,11 (.\1hhat 1י ht berichtet, bezeugen, so haben do!J1 11■ 1t י ^10,.J