Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 9/10 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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K.1|10raus. »14 unsere Gesetzeslehrer nachdrücklichst darauf hingewiesen, alles zu vermeiden, was der Verkennung der diesem brauch zu Grunde liegenden jüdifchen Wahrheit Vorfthub leisten könnte, die weder durdi unjüdifche Wahnvorstellung (s. ־:) noch, was naheliegt, durdt irgend welche Beziehung zur üpterinstitution (s. ד א ־.־ ־) unheilvolle Verkennung erfahren dart. Gleichviel ob es ein Tier ist, das dem Tode verlädt, oder (wie früher, nach Rafchi) eine Pflanze, die dem Untergang preisgegeben wurde, in jedem halle will jüdifcher Brauch im Zeichen des heraufziehenden jom hakippurim der nachdenklichen Erwägung die Bedingungen zur Anfchauung bringen, unter denen Menfchenleben (ich für immer von allem übrigen organilchen Leben fcheidet. Pflanze und Tier gehen den Todesgang, der Menfch aber vernimmt ewige Lebensbotfchatt. Und kreist auch über seinem Haupt der Todesengel, der sein Leben, gleich dem Tierlcben, der Vernichtung zu weihen droht, |om hakippurim hat für immer den Weg gewiesen, auf dem Menfchenleben von dem der Vergänglidi keil erliegenden Tierleben in göttlicher Wesensverwandtfchatt lidi fcheidet. Wie lautet doch das Verheihungswort, das göttliche* Liebeswaltung im Leben des Menfchen befingende Lied, das jüdifcher brauch in klarer Verständlichkeil in diesem Augenblick uns sprechen lehrt *י 2א־ Menfchensöhne ״die im Dunkel und Todeslduitten sahen, gefesselt in Elend und Eisen, Er führt lie aus Dunkel und Todesfchatten und zerreibt ihre Bande. Die töricht durch ihres Verbrechens Weg gewesen und infolge ihrer Sünden lieh kasteien müssen, alle Nahrung ver.chinäht ihre Seele und lie gelangten an die Pforte des Todes, lie fehreien zu Gott auf in der Not, die ihnen befchieden, dah er aus ihren Drangsalen ihnen heile Und Er sendet sein Wort und heilt lie und rettet lie aus ihren Verderbnissen Sie mögen Gott Irme Liebe bekennen und seine Wunder den Menfchenkindern־ (Ps. 107). Denn nicht der EriVttung vom leiblidien Tod und Rrrkernot. sondern der Erlösung von tesselnder Sdiuld und seelilchem Ersterben gelten die mahnenden Sendboten göttlicher Vatergüte : .um den Menldien abzubringen von trevelndem Tun, zu bedecken