Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 9/10 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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11.1s <>rlhn<|11\<׳ Jmli ntiim in I »1 nls! hl.inil 1« >־_ hätte die Agudas Jibroel gegründet werden Jollen, lndeffen hoffte man damals noch im Stillen, dab das im Entliehen begriffene liberale Judentum an feiner inneren Hohlheit und Lächerlichkeit von felbft zugrunde gehen würde. Man ahnte ni»ht, dab dem neuen Geifte, der lieh da zum erften Male im Hamburger Tempel verkörperte, ein Siegeszug durch die gröhten jüdilchen Gemeinden in und auberhalb Deutschlands befchieden fein werde. Daher lieb man es bei der bloben Negative diefes Proteltes hewenden, ohne hieraus die Konfequenzen der Tat zu ziehen. Und fo ift diefer Proteft für ein ganzes Jahrhundert die einzige gemeinfame Aktion der geturnten Weltorthodoxie geblieben. Es kam nun alles, wie es kommen mubte. Die Sthöpfer des Hamburger Tempels wübten genuu, warum das liberale ludentum fein Hauptquartier in der Synagoge auffchlagen mubte. Dus hatte zwei Gründe, ln der Synagoge maniteftiert lieh das jüdilche Leben nach auben hin. Hier vor allem kam es darauf an, eine Neuorientierung des Judentums nach chriftlichem Vorbilde anzubahnen, um den Schon längft als peinlich empfundenen Gegenlatz zwilchen Juden und Chriften zu überbrücken. Dann aber hoffte man auch nach innen hin. auf dem Wege der Konzentrirung des jüdilchen Interelfes auf den Gottesdienft den Schwerpunkt des Judentums ganz fachte auf das Gebiet des rein kinhlichen zu verlegen. Das Judentum lollte völlig entnationalifirt werden; zu »liefern Dehufe mubte es derart verkirchlidd werilen, dah tlcr Aubenftehende nidit zweifeln konnte, dah mit der Ausmerzung der Gebete um Zion und Jerufalem nicht blos f«»rmell londern auch tatfächlich der Gedanke an eine jüdilche Nation aus dem Hewubtfein der »leutfehen luden geichwunden fei. In der Tat gelang die Operation I») vortrefflich, dab man den ־*c: r־ t&lh als den Sterbetag des jüdilchen Nationalbewuhtleins der deutlchen luden bezeiihnen kann. Seitdem gibt es nicht viele deutkhe Juden mehr, hindern nur no«h deuthhe Staatsbürger jüdilchen Glaubens II. I«i» möchte in diefem Zufammenhang es ablehnen, die frage zu pfeifen, ob es angängig ilt. Io viehieutige Hegriffe wie Nation,