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Jüdische Monatshefte · 1920-01-01 · 7/8 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
7 (1920)
Issue
7/8 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 38)
Language
German
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IM-..* 1«ג li.iitrnrisse;111*. ■I. rrli^ms« n I.eticn in •1• r Mt׳rlinrr jml. < icmrinili Noch drei Tagen erfchien nun die betreffende Frou wieder bei mir, diesmal in Begleitung ihres Sohnes und deffen Braut, die mir eine ßefcheinigung über den erfolgten Übertritt zum Judentume vorlegte und die gezeichnet war ״Für das Rabbinat der jüdifchen Gemeinde Dr. X." Mir fiel nun die wenig dankbare Aufgabe zu, dem jungen Brautpaare die erforderlichen Aufklärungen über die hier in Frage kommende Angelegenheit zu geben. Ich begann folgendermaßen : ״Wie Ihnen aus den Zuftänden Ihres bisherigen Bekenntniffes jedenfalls bekannt fein dürfte, giebt es auch dort verfchiedene Richtungen des Glaubens: eine, die man als liberal, die andere wieder, die man als poßtiv zu bezeichnen pflegt. Nicht anders liegen die Dinge im Judentume, Nun ift Ihr Übertritt zum Judentume bei einem liberalen Rabbiner erfolgt, Ihre Trauung wieder erftreben Sie bei mir, der ich ein orthodoxer Rabbiner bin. Als folcher kann und darf ich von den maßgebenden Vorfchriften des jüdifchen Religionsgefetzes nicht abweichen, während liberale Rabbiner lieh an diefe nicht gebunden halten. Zu den wefentlichen Erfordernden des Übertrittes zum ludentume gehört die Vornahme des Tauchbades und zwar genau in denjenigen Formen, die vorgefchrieben find. Nun ift mir zwar bekannt, daß auch liberale Rabbiner das Tauchbad vornehmen laffen, die maßgebenden Beftimmungen des Religionsgefetzes indes hierbei außer Acht laffen. Unter folchen Umftänden muß ich das Tauchbad als nicht erfolgt betrachten, Ihr Übertritt zum Judentume ermangelt daher eines wefentlichen Merkmales. Wenn Sie fich dazu verftehen wollen, das Tauchbad noch einmal zu nehmen und zwar unter Innehaltung derjenigen Beftimmungen, die ich auf Grund des jüd. Religionsgefetzes angeben werde, dann ftehe ich nicht an, bei Ihnen dir Trauung vorzunehmen." ״Aber Herr Doktor", entgegnete mir darauf der junge Mann, ״das find doch nur leere Formen Sie werden doch nicht fo kleinlich vom Judentume denken, 11m die Zugehörigkeit meiner Braut zu diefem von de-rartigen Äußerlichkeiten abhängig zu machen." ' ״Es ginge hierbei nur um leere Formen!י fo glauben Sie", erwiderte ich. ״*Ja, wo hört denn im Judentume der Inhalt auf, und wo fangen die Formen an י Ich habe der Erforfchung des

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