Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 7/8 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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mr11u1<• Ifll׳1• 1 H• 1 lin• 1 jml < n! חי i1f’1<>s1 n I rin n׳<i h.iltt nrissi ,ms!1 r" trotz alldem nicht locker lieb, wie denn Frauen durch logiSche Gründe allein leiten zu überzeugen lind, erklärte ich fchlieblich, ich wolle mir die Sache nochmals eingehend überleben und bat lie, in drei Tagen wiederzukommen. Für mich lag die Frage durchaus nicht einfach. Unterlag es auch keinem Zweifel, dab, falls die betreffende Dame mit dem Anträge des Übertrittes an mich herangetreten wäre, ich im vorhinein ganz genau wubte, welche Beweggründe dabei im Spiele lind, fo konnte ich doch wieder andrerfeits, nachdem derfelbe nun einmal erfolgt war, ihn nicht fo ohne weiteres als ungeschehen hinftellen. Das Schien mir unvereinbar mit den AusführungenVlfs;:־ד in "t א■:,־• :•א־ י• .. Um in diefer Frage zur Klarheit zu gelangen, wandte ich mich an zwei mir befreundete Rabbiner, einen polnischen und einen ruffiSchen, Männer von unbezweifelbarer Autorität. Der polniSche Rabbiner meinte : ״Ach. was wollen Sie lieh mit Solchen Sachen befallen, das lind ja doch nur Scheinübertritte, denen gar keine Bedeutung beizulegen wäre.״ Der rullifche Rabbiner hielt eine Verweigerung der Trauung von meiner Seite nicht für angezeigt. Er meinte vielmehr . ״Hat Dr. Fink doch Schon einmal durch leine Predigt ein jüdifches Herz zum Schmelzen gebracht. Vielleicht wird es ihm auch in dielem Falle gelingen! Wir ver- Sperren auf diele Weile womöglich einem jungen Ehepaare den Weg zum wahren judentume. Ich halte Herrn Dr. Fink logar für verpflichtet, die Trauung vorzunehmen.* Da nun der andere lieh dieler Auffaffung nicht Io ohne weiteres anzufchlieben vermochte, kam erlterer mit einem neuen Vorfchlage, der allleitigen Beifall fand und auf den wir uns hinterher alle einigten. ״Wie bekannt“, legte er, ״lallen liberale Rabbiner die צ:•־'־ bei Prolelvten nicht auf vorfchriftsmäbige Weile vornehmen. Sie werden alle! ein nochmaliges Vornehmen der צ:•־'־ unter Beobachtung der religionsgeletzlichen Vorschriften als Vorbedingung der von Ihnen vorzunehmenden Trauung fordern. Werden die Leute (ich dazu ver- Itehen, Io ilt damit einigermaben eine Probe auf den Ernlt und die Redlichkeit ihrer Ablichten geliefert, anderntalls mühte auch ich dielen Übertritt als das anlehen, als was er von dem Kollegen G. hingeltellt wird."