Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 7/8 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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•י! h.illi nnsv- .tus!1. rrliyiAM ti l.^ben m d! r Mrrlinrr jud <!rmeindv.!*,י Io weit fie ihren Monn betrafen, zu zerftreuen, erklärte fich jedoch völlig außer Stande, ihn, bei feiner aller Religion abgewandten Denkart, dahin zu vermögen, mir gegenüber befondere Erklärungen abzugeben. Ich konnte felbftverftändlich meine Stellungnahme in der Sache nicht fo ohne weiteres aufgeben. Schließlich fagte ich vor dem Abfchiede zu der Frau : ״Offenbar entftammen Sie einer frommen jüdifchen Familie und hoben felbft in Ihrer jugend eine rechtfchaffene, fromme Erziehung genoffen. Ich begreife es nicht, wie konnten Sie als Tochter frommer Eltern die Ehe mit einem Nichtjuden eingehen, ohne die Folgen zu bedenken? Die Fragen, welche Sie mir heute!teilen, hätten Sie dqch damals fich aufw׳erfen muffen, als in Ihnen der Entfchluß reifte, fich mit einem Nichtjuden zu verheiraten!״ Unter Schluchzen erwiderte die Frau. ״Sie wiffen, Herr Doktor, wie fchwer es für ein jüd. Mädchen ift, an den Mann zu kommen ln meiner Ratlofigkeit wandte ich mich an den Rabbiner X der hiefigen jüdifchen Gemeinde, der mich hinfichtlich meiner Bedenken beruhigte und mir fagte, wenn bei hingehen der Ehe vereinbart wird, daß von den zu erwartenden Kindern die Mädchen gleich der Mutter jüdifch, die Knaben gleich dem Vater chriftlich werden, dann darf ich dielen Schritt ruhig tun.“ - Was follte ich angefichts diefer Enthüllung lagen? I<h wünfchte nur, jener Rabbiner hätte diefe Frau in ihrer tiefen Velenpein zu fehen bekommen, ihm würde vielleicht eine Ahnung darüber aufgehen, welch ein Unheil er, von rein menfchlichem Mandpunkte gefehen, durch feine Leichtfertigkeit ongerichtet hat wobei ich über das, was das Judentum von derartigen unerhorten Entfchejdungen denkt, mit Millfchweigen einfach hinweggehe. Denn fo einfältig bin ich nicht mehr, derartigen Rabbinern gegenüber vom Judentum und feinen Forderungen als von maßgeben• den Inftanzen reden zu wollen. 3ei mir erfcheint eine mir bis dahin völlig unbekannte Frau von vornehmem Auftreten und einer gewiffen ariftokratifchen Haltung, wie man lie nicht feiten bei gebildeten jüdifchen Frauen beobachten kann, ״Ich hätte eine Bitte an 'Sie, Herr Doktor*, fo