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Jüdische Monatshefte · 1920-01-01 · 7/8 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
7 (1920)
Issue
7/8 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 33)
Language
German
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'vh.11u,nriss■• aus <1. r<'|j^1.1s־׳n I.♦:י«1־■n in •Irr Mrrlmrr 11i!1. 1 ifnieinil•• 177 Schattenrisse aus dem religiösen Leben ׳ in der Berliner jüdischen Gemeinde \ ■>n Kaliliim r I )r. I».1nn־l l' ink I 11rls< t/un” I * l ei mir erfcheint eine Frau, zwei Knaben an der Hand führend. I—J Die Frau von tiefdunkler Gefichtsfarbe und fchwarzem Haar zeigt den ausgeprägten orientalilch-jüdifchen Typus, die beiden Knaben von heller Gefichtsfarbe und blondem Haarwuchs zeigen im Gegen tat ze dazu einen, man möchte faft tagen, germanifdien GeHchtsausdruck und jene tteife gezwungene Haltung, die dieten Eindruck nur noch erhöht. Ich biete der Eintretenden einen Stuhl und frage nach ihrem Begehren, worauf mir zur Antwort wird : ״Ich bin die Frau P. Mein Mann itt Chrift. Vor Eingehung unterer Ehe haben wir eine Vereinbarung dahin getroffen, dab die Knaben chriftlich, die Mädchen jüdilch werden tollten. Als uns nun zwei Knaben nach einander geboren wurden, erklärte lieh mein Mann damit einverttanden, dab auch diete jüdilch werden tollten. Nun möchte ich Sie, Herr Rabbiner, bitten, mir zu tagen, wie ich es anfangen toll, um diete meine Kinder zu richtigen Juden zu erziehen. Ich habe auch an meinen Kindern die Befchneidung vornehmen latten, wie es fich für Juden gebührt.“ Indem die Frau to zu mir tprach, brach fie plötzlich in Weinen aus, das fich Ichlieblich zu einer lolchen Heftigkeit tteigerte, dab mir ganz angtt und bange wurde. So habe ich Frauen noch nicht weinen hören, auch wenn es galt, am Grabe vom Teuertten Abfchied-zu nehmen. Dieter plötzliche ganz unvermittelte Tränenausbruch bereitete mir keine geringen Verlegenheiten. Ich vertuchte die Frau zunächft zu beruhigen, indem ich ihr tagte, wenn bei ihr etwa Befürchtungen aufgettiegen wären, ich würde ihr Vorwürfe machen, to müffe fie doch zunächft einmal abworten, bis tolche tatfächlich erfolgt wären. Vorläufig hätte ich ihr doch nichts getagt, was zu folcher Erregung den Anlab bieten könnte. - Mitten aus ihrem krampfhaften Weinen heraus erwiderte mir die Frau : ״Suchen Sie, Herr Rabbiner, mich nicht zu beruhigen. Gettatten Sie mir vielmehr, dab *I S. Jahrganj1 .<׳ ׳t 1״'. ,, j 1j.

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