Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 7/8 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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blöke Lohn- und Straffatzung umgewandelt. Es wäre doch töricht zu behaupten, dak wenn der Staat den Diebltahl beftraft, die Strafe der einzige Grund wäre, weshalb man fich des Stehlens enthalten fall. Die Seligkeit, die dem Tugendhaften verheizen und und die Unfeligkeit, die dem Lafterhaften angedroht ift, bilden nicht blök eine notwendige Einfchärfung, fondern auch einen wefentlichen Beftandteil der (ittlichen Ordnung. Gott felbft nämlieh hat uns ein befeligendes Endziel gefetzt und zwar לד.ז״־. ננ־עצ ־ oder ־נ—. דל —צ:־;־'' (ich felbft, die Anfchauung!einer Herrlichkeit. Die Gott fchauende Seele hat den höchften Grad der Vollkommenheit erreicht, dak fie dem Kedufchohziele am nächften gekommen und ihre Anlage unbehindert entfalten und betätigen kann. Und durch diefe von Mcnfchen hinieden nur in Annäherung zu erreichenden aber nunmehr ungehemmten Ausübung ihrer Vermögen wird ihr die Fülle des Genuffes bereitet, deffen (ie fähig ift; mithin ftrömt ihr aus der höchften Selbftvollendung die höchfte Selbftbefriedigung zu. Erft in diefem Zuftande gewinnt fie auch die gröktmögliche Tauglichkeit zur Verwirklichung des oberften ündzwickes, zur Heiligung des göttlichen Namens, zur Verherr- I1(hung Gottes צ —"צ•-, wozu ja menfchliche ל־—.,־ befähigen und ertüchtigen full, fie erlangt erst da das Vollmak der Gottesliebe. Wir streben also nach dem unendlichen Zwecke und Gute und gehorchen dem heiligsten Willen, wenn wir nach dem vollendeten und seligen Leben trachten. Wir lind unbedingt verpflichtet, unser Endziel wirksam zu erstreben; es gibt aber keinen andern Weg zu ihm als den der Sittlichkeit. Somit können wir vernünftigerweise unsere vollkommene Seligkeit nur a's (ittliche, nur auf dem Tugendpfade suchen. Gegen diese Ordnung fehlt, wer so einzig und allein um der Himmelsfreuden willen *‘pflichtgemäh handelt, dak er pflichtwidrig handeln würde, wenn ihm nicht ewige Unseligkeit drohte. Ein solcher beobachtet nur aukerlirh die Pflicht. Niemand soll denken, lehren die Weisen, dak ich das Gesetz erfüllen will um Lohn zu ernten, sondern ־, ד־ יצא־־.: ע•", : "א ־.עיט, אי*א דא־:־: «Alles was ihr tut, sollt ihr nur aus Liebe tun“ (־־ ע־נer). Und dieser Ausspruch* ist vielleicht der Schlüssel zur Lösung des Problems. (Fortsetzung folgt.)