Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 7/8 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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KHininnslos«• klink ״ \1A Recht auf Glück? Nein, Ihr habt keines, fo wenig Ihr eine Pflicht habet, Leid und Qual widerftandslos zu tragen! Ihr wollt das Glück, weil Ihr es wollt; folange Ihr Wollende leid, feid Ihr Glückwollende, denn fo lange feid Ihr Willensbefriedigüng Suchende. Und Ihr begreift nicht, dub der vernunftlofe Wille Eure Vernunft dabei zum Narren hat . . . Entweder ein Paradies mit H . . . . s oder Nirvana *)*׳. Oder aber das Jenfeits, geftatten wir uns beizufügen. Nach E. v. Hartmanns Meinung aber find alle, die in diefer Hoffnung fittliche Kraft und Erhebung fuchen, in das Netz der Selbftfucht und der SelbStiäufchung verftrickt. Weder das eine noch das andere ift der Fall. Werde ich dadurch (elbftfüchtig, dah ich ewig leben will, fo bin ich fchon felbftfüchtig, wenn ich nur hinieden leben will; und ift der allgemeine Lebenswille Selbftfucht, fo ift das Leben aller eine Erscheinung der Selbftfucht, und diefes Wort hat feinen unlittlichen Inhalt verloren. Ift anderfeits der Verzicht auf das ewige Leben Selbftverleugung, fo ift der Verzicht auf alles Leben, der überlegte Selbftmord, die höchfte Selbstverleugnung. Der Vorwurf der Selbftfucht trifft übrigens nicht minder jene kalte, herzlofe Auffaffung, der zufolge echt fittliches Handeln keinem Wefen zur Freude gereichen foll. Denn ihr Schwebt Schließlich als höchftes Gut und Ziel die eigene Persönlichkeit vor, die aus reiner Selbstachtung gut handelt und ihre Befriedigung Sucht Im Gegen- Satz zu diefer Stolzen, Selbftgenügfamen und Selbstgefälligen Gefinnung ift die religiöfe Seligkeitshoffnung demütig zu nennen. Aber ״der WechSel auf das Jenfeits, welcher für die Mifere des Dafeins Ichadlos halten follte, hat nur einen Fehler: Ort und Datum der Einlöfung find fingiert **). Woher mag unter Philoloph das wiffen? Die Beobachtung hat ihm dies nicht getagt. Der religiöfe Menfch befitzt die gewiffe Bürgschaft, dah Sein WechSel aufs Jenfeits einft eingelöft werde. Trägt er doch eine Abfchlagt- Zahlung bereits in Seiner Bruft : es iSt der unversiegbare Troft der UnSterblichkeitshoffnung SelbSt, die (ich als Mitgift eines höheren Uriprungs ihm ankündigt und ihn bereits in diefer Weltfremde I■' . I l.lltll ■IMII I 11 ■>:111:1111!1111' | ׳ i יי" י •| •t'1 Sl [1• \ I lll. 111• Illing ו n 11' I 11II |S, ' '1 lll ,1 : | - ** i '1111׳•s>■|1h1<;1״׳. I ui״ ״ ussii 11 1111. II 11.1.