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Jüdische Monatshefte · 1920-01-01 · 7/8 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
7 (1920)
Issue
7/8 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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Ki'liyiornliiM• 1 thil> I׳.“ so würde man ebenso Widernatürliches bekehren, als wenn man die Geschwindigkeit eines Fahrzeuges, dessen Bewegung durch Reibung mit dem Boden nicht blob verzögert, sondern ouch erst ermöglicht wird, durch gänzliche Beseitigung dieses Widerstandes befchleunigen wollte. Eine .Sittenlehre also, die den Glückseligkeitswillen unberücktichtigt läbt, hängt ebenso im Blauen, wie eine solche, die nicht auf den Willen Gottes zurückgeht. Das littlich Gute mühte uns des Glückes unwert und unfähig machen, wenn es nur auf den Trümmern der Selbstliebe und Seligkeitshotfnung wachsen könnte *). Ein Zusammenhang zwifchen Sittlidikeit und Seligkeit ist unabweislich und ist tatsächlich vorhanden, kann aber sehr verfchiedene Formen annehmen. Die l.ustlehrer wie die Stoiker behaupten, beide seien eins und dasselbe, lene wollen sagen fittlich gut ist, was beglückt; die Verpflichtung zur Tugend ist die Nötigung zum Glückseligkeitsstreben, der Kampf um die Sittlichkeit ist der Kampf ums Erdenglück. Eine solche Auffassung bedeutet das Ende der Sittlichkeit, ist keine Sittenlehre mehr. Diese meinen . nur das macht glücklich, was gut ist; die Seligkeit ist nicht der Lohn der Tugend, sondern die Tugend selbst. Sie treffen insofern das Richtige, als die Seligkeit nicht als äuherlicher Lohn der Tugend angestrebt werden darf, sondern als deren Frucht und Krone Mit ihrer Anfchauung deckt lieh auch der Ausspruch unserer Weisen: צ:־ :צי־ דע־־•, da!» jede gute Tat ihren Lohn in lieh seihst birgt und trägt. Sie irren aber in der Annahme, dah die Tugend fchon in-diesem Leben vollkommen glücklich mache. Die lugend- Ichule ist eine Stätte harter Arbeit und Zucht, heiben Ringens und mannigfacher Leiden. Soll man wie ein stoifcher Heiliger lür alle Stöbe und Schläge, die dort ausgeteilt werden, unempfindlich sein oder wenigstens fcheinen und ausrufen J) Schmerz, wie würde uh gestehen, dah du ein Übel bist." Es sollte aber nicht unbe kannt sein, dah die Einseitigkeit des stoilchen Grundgedankens die Auffassung der Tugend nämlich als vollendeter Gleichgültigkeit odeY Selbstherrlichkeit des Willens gegenüber der Auhenwelt. ’! V- I . 1• r u ■> I ׳1111 י■•:׳ 1 . י ׳ nliims 11־~ ׳ ' . Mi I!1 ׳ 1• u׳l.1111״r11s11111S ויחוו in!1 iiMim. 11 ז :!׳ I.!11׳ Im.;• 11 1.11׳-< In n \ ••1 .רווי« hC't/llll|;' II '11•' III XllL'l.tl 1 n 11 ׳< 1 וt.

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