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Jüdische Monatshefte · 1920-01-01 · 5/6 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
7 (1920)
Issue
5/6 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 44)
Language
German
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M׳1^ <׳h.־»ttf nrissr *11^ •I. r^l1j1״s<׳n 1.ו!א<1'׳ in ttor Hrrlinrr jücl. Grmi'inil«’• erwiderte hierauf: »Aus der Art, wie ich den Religionsunterricht Ihrem Sohne erteile, werden Sie wohl entnehmen können, dab ich der geletzestreuen Richtung angehöre und eine Vorbereitung zur ־ דד־: nur übernehmen könnte, wenn fie in diefem Sinne gehalten werden tolle.“ »Aber Herr Dok.or“, erwiderte der Vater, »ich bin weit davon entfernt, Ihnen Vorfchriften zu machen. Machen Sie die Sache nur fo, wie Sie es für richtig finden“. »Nun fchön", erwiderte ich. Der Knabe wurde von mir nach allen Richtungen hin vorbereitet, mit r־w und;*‘,*er utw. vertraut gemacht, wie es einem ־ דע,־:-Knaben ziemt. Etwa 14 Tage bevor die Feier stattfindan tollte, suchte mich der Vater des Knaben wiederum auf, um mich perfönlich zur Teilnahme an derselben einzuladen. Er bemerkte gleichzeitig: »Wir führen keinen rituellen Haushalt, indessen soll für Sie hieraus kein Hindernis erwachten. Ihr Gedeck soll aus einem streng jüdifchen Hotel besorgt w׳erden, und ich bitte Sie, mir dasjenige zu nennen, welches Ihnen am zuverlässigsten erfcheint". Ich konnte mich selbtredend auf derartige Zugeständnisse nicht einlassen, muhte bei meiner Ablehnung verharren, so zudringlich der Mann auch wurde und konnte meinen Standpunkt auch dann nicht verlassen, als er mir die ganze Reihe Berliner rabbinifcher Grobwürdenträger nannte, die unter gleichen Bedingungen an Festlichkeiten fich beteiligten. Der Mann verlangte von mir Gründe zu hören, ich lehnte es ab, solche aufzuführen, und halte mich auch nicht bemübigt, dem Le^ ser dieser Zeilen damit aufzuwarten. Mir kam aus diesem Anlasse eine Anekdote in den Sinn, die von dem früheren neologen Rabbiner zu M. erzählt wird. Ein jovialer Herr, wie er nun einmal war, sab er mit seinen Vorstehern einst in einer Gartenwirtfchaft. während diese in aller Gemütsruhe fich bei einer Portion Schinken gütlich taten. Der Herr Rabbiner war nebenbei auch Herausgeber einer jüdifchen Zeitfchrift, und er bemerkte voller Laune: »letzt könnten wir dem Publikum Schinken unter Rabbinatsaufficht in unserer Zeitfchrift anbieten.“ Nun, ein neologer Rabbiner mag fich immerhin in einer tolchen Situation gefallen, mir jedoch fchien fie unerträglich. Diete meine Haltung wird jedenfalls •einen gar reichhaltigen Stoff zu allerlei Kommentaren abgegeben haben, dies um fo mehr, als ich, wie gesagt, mich auf Erörterung von Gründen nicht einlieb. Auch meinen Schülern wird der Vorfall nicht verborgen geblieben sein. Mochte ihre Neugier auch noch so getpannt fein, mit Fragen, die das Gebiet des Perfönlichen auch nur im entfernfetten (treitten, wagte keiner, an mich heranzutreten. Wenn einer, so hielt ich mich ,von derartigen Abwegen ttrengttens fern. Da wurde mir eines Tages, ich weih (elbft nicht mehr, wie es kam, von einem meiner Schüler, als die Gelegenheit fich so bot, die Frage aufgeworfen, ob wir luden auch betondere Speisegetetze hätten? Es entging mir nicht, wie einige unter ihnen fich hierbei

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