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Jüdische Monatshefte · 1920-01-01 · 5/6 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
7 (1920)
Issue
5/6 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 42)
Language
German
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IX Srhalt■ 1! *ו1ו, ויי־וזח. r! 11!וז ז«..!׳ l.*'ln'n in <I<t Berliner jüd. < lemeimte. tage habet! wir Juden denn fonft noch im Laufe des Jahres?' .Ostern, Pfingsten und Weihnachten“ gab mir da einer aus der mittleren Hank zur Antwort. Ich hielt einen Augenblick inne, um meine Verlegenheit angefichts der neuen Enttäufdhung zu meiftern, dachte, vielleicht wird lieh an irgend einer Stelle ein Widerfpruch zu Worte melden, - statt dessen aber allgemeines Kopfnicken, das dich nur als Zultimmung deuten lieb. Nun überlegte ich in aller Gefchwindigkeit: vielleicht gilt dielen Kindern, das, was wir ־:c nennen, als Oftern, unfer .נע•־r gilt ihnen als Pfingsten, unfer ־:•:־ als Weihnachten - - vielleicht?? .Sind das fchon alle unferen jüdifchen Feiertage? ” .Ja', meinte ein Schüler. .Nun", fuhr ich fort, .ihr kennt doch wohl einen ^eiertag, an welchem wir Juden den ganzen Tag in der Synagogeweten und fasten müffen?" .Nein, den kennen wir nicht“. .Doch", meldete lieh einer da hinten auf der letzten Bank zur Antwort; .Bubtag", indes die andern zweifelnd und verlegen dreinfehauten, nicht wissend, sollten fie ja oder nein lagen. Nun war mir meine Lage vollkommen klar. Nicht feiten fühlt man lieb geneigt, gewiffe Probleme, die bei unferen Weifen die gründlichfte und umfaffendfte Erörterung finden, zu denen jedenfalls dasjenige von (: ־. :־:r) : •:־,•;•ר ״.־;“.־נ־ •*:־■ דע gehört, als Ausgeburten einer weltfremden Neigung zu haarfpalterifchen Disputationen anzufehen. Nun, mich hatte die Laune des Gefchickes mitten in diefe Situation hineingeftellt! Ich fand fie vor in der Gemeinde, die nicht blob im Mittelpunkte des deutlichen Reiches gelegen, londern die auch vermöge ihrer Grobe und Bedeutung von Haufe aus den Beruf hätte, 1א: :-.־־א־• -y eine fürforgliche Mutter der übrigen zu fein! Was da tun? Mein Plan war bald gereift. Ich fabte die Dinge fo an, als gälte es, meinetwegen chinefil’che oder japanifche Kinder in der jüdifchen Religion zu unterrichten. Ich begann mit der Erzählung über die Offenbarung am Sinai, um an Hand derfelben meinen Schülern klar zu machen, dab die Stellung der Religion im Judentume und des Juden zu feiner Religion etwas durchaus anderes ift, als in anderen Bekenntniffen. Im Anlchluffe daran erörterte ich das Zehngebot Stück um Stück und, wie fich leicht denken läbt, mit befonderer Eindringlichkeit das 4 Gebot. Ich verluchte bei meinen Kindern die Erkenntnis herbeizuführen, dab die Bedeutung des Sabbats weder in dem Begriffe Ruhetag, noch in dem des Feiertags fich erfchöpft, dab uir, unfere Familie, unfer Haus an diefem Tage ganz und gar Gott nur angehören, ja, dab unfere getarnte Arbeit während der ganzen Woche ausfchlieblich auf den einen Gefichtspunkt eingeftellt ift, t dab fie fich der Feier des Sabbats ein- und unterordne. Als ich nun mitten im beften Zuge war, den Kindern die Wnhr zu Ichifdern, die das jüdifche Haus am Sabbat atmet׳ deren Schimmer verklärend auf die Mutter, die Frau des Haules, fällt, hör ich, wie der jüngften einer unter meinen Schülern vor

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