Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 1/2 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 44)
- Language
- German
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•Mendelssohns Smilun״ um) Schuld. ׳_« Kcndcre Folgen hat schliesslich Luthers AnJ»c t1lajr der Thesen auch nicht hfwirkt. Zunächst t״ah sich Mendelssohn durch dies•• Tat in eine fiir die dnmal1{rc Zeit durchaus cinzi{׳arti{;c Stellung {;chrncht: sie ver• setzte ihn, »len Schutzjuden >r. Majestät des Königs von l’rcussen, der sieh noch, als sein Name hcreits welthekannt war, auf der Strasse das artre Sc' ״Jude“ nachrufen lassen inusste, mit einem Schlage uiiter »lie Keihe der deutschen tiolehrteii. Kr, nach Temperament, Wesen und Krschein11n>; der wahre Typus des (dicttnjiidcu. wird einer der damals vicl^eleseusten deutselu,n Philosophen, von dem mau sicli's staunend wie von einem Naturwunder er/.äldl. dass er nehenhei auch Jude sei. Neu{׳ieri{;e und Interessenten, Feinde und Freunde und Verehrer drängen sich in sein Haus, aus christlichem wie jüdischem La {׳er. Zahlreiche Hehehru11f.׳sversm׳he /. T. v״n liochaup'scheticr Seite, wie Lavater und .laeidii, werden an ihm {remneht — /ahlreiche Misstrauenskuml{׳cbu11{:c11, auch Verdam111nn>׳surteile vmiseiten dnn1uli{׳cr (•rössen unseres Vtdkes werden laut, mich lauter jedoch unijuheln ihn solche jüdische Kreise, wie es deren namentlich in Merlin, wo »lcr (ieist der Aufklärun•׳ vom Throne herah am unmittelharsten ins Volk sich verbreitete, hcreits sehr viele {׳ah. die lau und {׳leich- {:iilti{: {;!•worden waren •׳}•»׳cn die Lehre und das (iesel/., aul die das Sapere aiule in erster Linie anzuw,enden ihnen nicht erst seit «1 «׳in l.s. Jahrli nahe{:cle{:t worden war. Welche Holl•׳ spielt hier nun dieser (Ihettojudc und deutsche Philosoph? Auf der Höhe nhcndlündischcr Hilditti{; und Cultur stehend, in den vordersten Keilien streitend als eine der prägnantesten Persönlichkeiten der deutschen Aulkläru1iLrskämpfe einerseits:־-• andrerseits tVommer .lüde, mivi rliriichlich l'csthaltcnd au י llTe11l1ar1111{.׳s{.׳lauhen und (,eremonialeeselz. von den Irommeu Juden seiner Zeit jedoch nur von wenigen verehrt, von den meisten mit Misstrauen aiifM sehen, von einiiren oerado/u verdammt — ausnahmslos umjiihelt I1i11{׳e{׳en von den nur noch mit dünnen I aden an der Tradition Icslhultcndeu — welch zwie-pältiiTc. in sich .schwankende Krscheinuii{;1 I ml doch war Mendelssohn alles eher als dies. Hier ist der Punkt, wo der nur psvsrhoii.psohe lo lrai litcr schart'scheiden müsste /wischen seiner Persönlichkeit und deren Wirkitti{; auf Mit• und Nachwelt, seinem ifew usstseiu und seiner Krscheinuti{;. seinem Wil- 694