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Jüdische Monatshefte · 1920-01-01 · 1/2 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
7 (1920)
Issue
1/2 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 43)
Language
German
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Mendelssohns Sendung und Schuld. 41! dankenarheit des ganzen Jahrhundert* ungebahnt worden war. Derselbe (Seist. der diese Petition gewährte, hatte liereils aus dem •;rossen Wort des preussisehen Philosuphenkönigs geweht: ,,in M1«׳i11e11 Staaten kann jeder naeh seiner Facon selig werden“ — hatte Voltaire vermocht, die Verteidigung zweier wegen ihrer Confession Verfolgten zu übernehmen und vor den Ohren der ganzen gcbildeten Welt glänzend durchzutühren — hatte Josephs II. T<deran/.• edikt inspiriert und Lessing und 1>«*|1נוו in Poesie und Prosa für die Knianzipation der Juden eintreten lassen — und last not least den linden beackert, auf dem allein eine (Sestalt wie Meudclssnlm er• wachsen konnte. Ks ist nicht meine Absicht, auf Mendelssohns Lehen und Werke näher einzugehen, noch auch zu versuchen, seine Persönlichkeit als Mensch oder Jude oder Philosoph rein psyschologi*• h zu hegreifen. Mir ist ch hier einzig darum zu tun. nachdem ich den Zeitgeist skizzierte, der die (i r undhed ingung seiner Krscheinung darstellt, eiten diese seine historische Krscheinung möglichst klar und schart aus «lern Rahmen zu heben, den Spuren seines Krdcn daseins zu folgen, die ach! noch heute, uacli mehr als einem Jahrhundert uns, den Kindern seines Volkes, nur allzu verhängnisvoll lühlhar machen. Mendelssohns lleziehiingeu begreifen zur nächsten (leneration in ihrer (iesanitheit nicht nur, sondern allem, wie sie sich innerhalb der Mauern des eigenen Hauses gestalten, heisst die Anfange der Reform aufdecken, heisst letzten Kndcs nichts anderes, als das (iericht «1 er Weltgeschichte an ihm vollziehen. Durch die bekannte denkwürdige Fo\ge von günstigen Fmständen tind Verhältnissen sowohl innerlicher wie üusserlichcr Satu!־ war es Mendelssohn gelungen, sich den ganzen l’mfang und (■esichtskreis der damaligen Bildung zu eigen zu machen. Als icducli Lessing für den überaus schüchternen, gedrückt und zaghaft aultretenden Freund, der nie gewagt hatte, aus sich heraus irgend inen (Jedaukcn anders als in hebräischen Lettern einem daher notwendig beschränkten Leserkreis von Stammesbrüdern init/uleilen •ds Lessing hinter seinem Rücken die initiative für ihn ergriff und ine philosopliiM'hc Abhandlung in Hochdeutsch-־ mau begreift, was das für jene Zeit heissen wollte! — drucken liess, da ahnte wohl keiner von beiden noch, von welchen Folgen diese Tat für die 1!(1schichte des jüdischen Volkes werden sollte. Schwerwie-

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