Mannheim
Compact Memory

Jüdische Monatshefte · 1920-01-01 · 1/2 (1920) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
7 (1920)
Issue
1/2 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 36)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/4900572-5964867-5964974--2359-4902861
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

M ״. nslnM• Kthik״KH1i;i Weiseste der Menschen סבלי אשר לא •דצא דאדש א". דדעש־. אש־ עש־ דאלקים דראש עד שלף ohne ileu der Mensch den Sinn der göttlichen Handlungen von Anfang hin zu Hilde nicht Hilden könnte. Wer die ein/.elnen Schickungen von (dien mit den! Malistabe nicnschliclier Hinsicht und Km|dindung misst, muss angesichts der ungezählten I■ bei, die den tierechten ebenso treffen wie den Gottlosen und manchmal den Unschuldigen für den Schuldigen leiden lassen, an der göttlichen Hiebe, Weisheit und (iereclitigkeit zu zweifeln beginnen. Je rechtschaffener er zu sein glaubt, desto heftiger wird er bei jeder Heimsuchung klagen, es sei ihm unrecht geschehen. Wer aber im gläubigen Fernblicke auf das Hude aller Weg(* Gottes das Kinzelnc hinnimmt, sich ohne Furcht und Widerstreben der höheren Hand überlässt, wird nicht misstrauisch und kleinmütig, wenn sie die Kichtung ins Dunkle cinsclilägt, und manchmal er• kennt er schon bald, dass es ihm zum!testen gereichte. Wie nicht selten dem trüben Tage ein heller Abend folgt, so ist oft am Lebensabend von den Wolken, die den Morgen oder den Mittag verdüsterten, nichts geblieben als eine von der sinkenden Sonne sanft durchstrahlte; in lieblicher Farbenpracht glänzende l'nirahmung des lichten Lebenshildes. Was früher als unauflösliches Hätsel, als unentwirrbares Verhängnis, als ein unglückseliger Zufall erschien, hat sich als eine väterlich weise und liebevolle Fügung von oben erwiesen und die angstvollen Schmerzensrufe klingen aus iu das innige Dankgebet: Gott hat doch alles wohl gemacht und gelenkt. Und diese Versöhnung mit dem vergangenen Leben verleiht dem hotTnungsfrcudigen Glauben au die Zukunft eine neue Bürgschaft. Man erlebt nicht immer seihst di(1 Auflösung des Uätscls, aber גש את דזעללש נ״ן נלבש auch den Gedanken der Kwigkeit hat l'.r in dit‘ Menschenbrust gepflanzt, damit der Gläubige nicht in die Schmerzensklnge miteinstimme, die als ein störender .Missklang iu die Svmphonie des Weltalls hineintönt. Die beiden Gedanken, dass wir das Wcltgauzc weder räumlich noch zeitlich genommen überblicken können, mildert die Klage und löst die Spannung. — Wie wir gesehen, ist D. F. Strausu für die Klite der Mensch■ beit, zu der er sich ja sicherlich selbst gezählt hat. durchaus kein Kostverächter, um aber den L’nsterbln hkeitsglauben, den er als letzten Feind betrachtet, der noch zu überwinden sei, zu töten, fuhrt er die stoische Moral ins Feld. .Was ist Unsittlichkeit anders,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.