Mannheim
Compact Memory

Jüdische Monatshefte · 1920-01-01 · 1/2 (1920) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
7 (1920)
Issue
1/2 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 35)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/4900572-5964867-5964974--2358-4902860
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Religionslose Kihil» .־ .O l״si*rkeit. Aberglauben und sinnlicher Roheit erhalten werden müsse.“*). David l'riedr. Strauss ist so wenig Seligkeitsveräehter, dass er für die .edieren Zehntausend“ ein reelit einladendes Menu herzustellen weiss. Kr meint, dass doch der Menseh eigentlich ein reelit jämmerliches (Jeschiipf sei. .Man si&hi in die ungeheure Webmaschine mit ihren eisernen gezähnten Rädern, die sieh sausenil umschwiugen. ihren schweren Hämmern und Stampfen, die lietäuheud niederfallen; in dieses ganze furchtbare (Jetriehe sieht sieh der Mensch wehrlos und hilflos!:ineingestellt; keinen Augen-!!lick sicher, bei einer uiiYorsichtigcu Bewegung von einem Rade gefasst und 7.errissen 711 werden, von einem llaniDier zermaluit zu werden. Dieses (lefiihl des Prcisgegebenscins ist zunächst wirklieh ein entsetzliches. Allein was hilft es, sieh darüber eine Täu- »cliung zu machenV l’nser Wunsch gestaltet die Welt nicht um, und unser Verstand zeigt uns. dass sie in der Tat eine solche Maschine ist-‘. Aber für die oberen Zehntausend Weins er doch einen I.ebenswert herauszubringen. Im Oennssc des Schönen in Natur und Kunst, in den Spenden der Musen und I.ustgöttcr tiudet er ..eine Anregung für (»eist und (Jemitt, für Phantasie und Humor, die nichts zu wünschen übrig lässt. Den ״Aethcr, worein unsere grossen Dichter uns erheben“ und das Meer von Harmonie, das unsere grossen Tonsetzer um uns ergiessen. nennt er die beiden Sphären, wo jedes irdische Weh versehwebt, lind sich löst und auch wie durch einen Zauber alle Flecken hinweggetilgt werden. .So )eben wir, so wandeln wir beglückt*. — In Paranthesc sei hu r bemerkt, dass als für das religiöse (Jeniiit und für den Verstand des Religiösen einzig richtige Antwort auf das Problem der Theodicce sich folgender (ledankengang empfiehlt. Ks ist unverminftig und ungerecht über ein grosses Kunstwerk voreilig ab7.11• urteilen, weil das winzige Stück, das der Meister enthüllt, dem unruhigen Auge keine Refriedigung gewährt. Wer nur auf das l.m/elne, das erst in Verbindung mit dem (Janzen verständlirli wird, seinen Blick heftet, wird irre am (Jan/.en und am Henker des (Jau7.cn. c:S: את תעזלש נתן C} ,Auch den (Jedanken des Welt ganzen hat (Jott in das Mensehenherz gesenkt“, sagt der *) Kd. Hartmann, Da» sittliche Bewusstsein S 37 11.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.