Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 9/10 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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2X Ober das Schreiben. scbwindeu lassen konnte. Erhahcu über den Verdacht des Schlechten ist nur Gott. Für Menschen gilt das Wort: Steht rein da vor Gott und Israel! 21. ״Ich hah mein’ Sach’ auf nichts gestellt'' ist kein jüdisches Wort. Jüdisch ist's vielmehr, ״sein’ Sach’“ als ein winziges Rädchen der grossen von Gott geleiteten Webmaschine zu hegreifen und sich seihst als ein von Got> in die Menschheit liinciugestelltes Glied zu fühlen. Nur im Zusammenhang mit dem All hist und erstehst du zu dem, was Gott von dir will. Dieses All• gefüllt darf aber nicht das persönliche Kraftgefühl des Kinzclnen ertöten- Dieses persönliche Kraftgefühl, das lieber darbt und hofft, statt sich in schwächliche Abhängigkeit vom N'ehenmenschen zu begehen, wird im Judentum davor bewahrt, zu einem Zerrhilde der Selbständigkeit auszuarten, denn es wird hier durch jeues unvergleichliche jüdische Gottvertrauen gespeist, das auf hebräisch ננרזק heisst. K. B. Über das Schreiben. Wir haben neulich über das Predigen gesprochen. Heute wollen wir über das Schreiben sprechen. Das ist umso notweudiger uud liegt umso uäher, als gegenwärtig viel mehr geschrieben als gepredigt wird. Man zähle nur einmal die jüdischen Zeitungen zusammen, die in der Gegenwart erscheinen und man wird staunend vor der Tatsache stehen, dass im Vergleich zur Zeit vor hundert Jahren, wo sich die jüdischen Zeitungen noch gäüz vereinzelt und schüchtern ans Tageslicht wagten, in uusern Tagen eine förmliche Lbcrschwemmung um nicht zu sagen Sintflut — von hcschric heuern und bedrucktem Papier auf die im Vergleich zu früher gar nicht einmal so IcMreudigo jüdische Menschheit sich ergiesst. Dazu kommt dann noch neben den Zeitungen und Zeitschriften die Fülle von Broschüren und Büchern, die trotz Papicruot das wenige von