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Jüdische Monatshefte · 1919-01-01 · 7/8 (1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
6 (1919)
Issue
7/8 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 41)
Language
German
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Religionslose Ethik 1*5 Torheit und Verblendung, in welche die Leidenschaft ihre Opfer verstrickt, reizt /.um Sei!ist hasse. Die echte, erleuchtete Selbstliebe regt sich, dieser Hass entspringt aus dem Jammer des besseren Selbst über die ihm zugefiigte Entwürdigung. Uurcbaus grundlos ist die gern erhobene Anklage, das sittliche (Jute werde durch die religiöse Regrüudung sciucs inneren Wertes beraubt, es höre aut, in sich gut zu sein, und werde nur darum tiir gut gehalten, weil es von <Sott geboten sei.1 Die innere Vortreftlichkeit des sittlich (luten kann nicht besser gewahrt bleiben, als wenn diese aus dem iu sich guten Willen abgeleitet wird, und nie geht verloren, wenn es von ihm abgelöst wird. Wäre die menschliche Natur auf sich selbst gestellt, so könnte das sittlich (lute, obwohl es jedem Vergleich mit natürlichen (Jiitern entzogen sein will, keinen höheren Wert beanspruchen als sie selbst besitzt. Der ־göttliche Wille aber isf darum der L'rmassstijb und die l'r1|uelle alles sittlich (luten iu der geschaffenen Welt, weil er durch unendliche Weisheit und Heiligkeit geordnet, also notwendig und unwandelbar auf dasselbe gerichtet, mithin wesenhaft gut ist. Sobald wir erkennen, dass er etwas hetiehlt, wissen wir, dass es gut ist. Es ist jedoch nicht darum gut, weil er etwa aus Willkür gebietet, sondern weil es in sich gut ist. Aber nicht wie Lazarus meint, dass das (lute von (lott befohlen wird, weil es gut ist und nicht darum gut ist, w'eil es (lott befohlen, denn daun wäre ja, wie schon ausgefiihrt. die sittliche Ordnung ein (leset/ fiir ihn, würde neben, oder sogar iihei ihm stehen, sondern das (Jute ist eben ein Ausdruck seines heiligen Wesens, gleichsam der l'ulssehlag seines Seins und wird mmi ihm gewollt, weil er sich selbst nicht untreu weiden kann. Durch (lott allein gewinnt die Sittlichkeit die (Irundlage d. h. ihre verpflichtende Kralt und ihr oberstes Ziel, den sittlichen Endzweck, ohne dessen Kenntnis cs keine Sittlichkeit geben kann, (lott als Schöpfer und Vater der Menschen dekrclirt die (Sesetze, die dem Menschen höehst naturgemäss sind, da ja (lott den Menschen erschaffen und er ihm doch gewiss keine (lesetre ) K<l. v llartuiaiiii ׳la». S. Sri.

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