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Jüdische Monatshefte · 1919-01-01 · 7/8 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
6 (1919)
Issue
7/8 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 39)
Language
German
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Religionslose Kthik > 183 die Bemühung, durch das K.Rscn eines andern fett zir werden. Wie uur das. Selber-Ksseu fett machen kann. so kann nur die Selbstbestimmung de« Willen« nach den eigenen inneren Gesetzen m der dunklen Werkstatt der Seele Kittlieh machen1 An diesem Vergleich i«t uur die Binsenwahrheit zutreffend, dass inan nicht durch fremde«, sondern hin«« durch eigene« Wollen sittlich gut werden kann, er schlägt aber andrerseits seinen Urheber. Ks i«t wohl wahr, dass man nur durch Sclhstesscn fett werden kann, man kaun aber durch Speisen satt und tett werden, die man nicht seihst gekocht hat. Mau kaun also auch seihst etwas wolleu. seihst wenn das (leset/, nicht von dem Mensebeii leihst stammt. Der Mensch bestimmt «ich seihst, wenn er sich dem göttlichen Gesetze unterwirft. Der Mensch verehrt in Gott das höchste Wesen und in seinem Wollen sein höchstes Kehensgesetz. Nichts kanu daher besser und vernünftiger sein, als ihm zu gehorchen. Denu er hetichlt das Höchstuaturgeiuässc, gebietet uns das zu sein, was wir uns seihst schuldig sind und das zu werden, was wir uuserer natürlichen Anlage und Bestimmung gemäss werden können und sollen: die Kntlältung und Vollendung unsere« gottähnlichen Geiste«. Das im Gewissen sieh offenbarende Gesetz Gotte« ist uns so eigen .wie unsere Natur seihst, das Abbild des Wcltschöplers kann nur als lebendiger Abdruck des Weltordners gedacht werden Ks ist eine Wahrheit יודע• טוב ודע c'pSgr ונשקל׳' ע״ינם ול״תש dass, wenn uuscre Augen sich öffnen, wir wie Gott Gutes und Böses erkennen. Nicht einmal die Rörperwclt bewegt sich nach einer äusseren Hegel, sondern nach einem ihr innewohnenden Gesetz, das zugleich im göttlichen Gesetze ruht. Noch inniger muss der Mensch an den schöpferischen Willen gebunden sein, ihn daher in seiner innersten Natur widmend und wirkend linden. Ks ist also insofern sich seihst Gesetz, als die sittliche Ordnung tiir ihn nicht, wie fälschlich unterstellt w ird, eine iinsserln h tote, Wesensfremde, sondern eine lebendig ihm innewohnende und wesensrer■ wandte Richtschnur ist Daher pflegen wir von der Wirkung des Sittengesetzes zu sagen, ,,das ist meine l'tlu ht Der Gläubige ist 1 K'l v. Il:11tu1an11,!>■•. »ittlirlu• lliw u»v*׳in S. HO.

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