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Jüdische Monatshefte · 1919-01-01 · 7/8 (1919) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
6 (1919)
Issue
7/8 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 35)
Language
German
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Religionslose Ethik 1׳ 17«» Moral nicht autonom, ho ml er 11 b c t e r ״ n o in, f re m dg c 8 et /,lieh sei. Kd. v. II a r 11111t 1111 leiht diesem Gedanken folgende Worte: ״Solange ich an einen theiHtischen Gott glaube, der mich «amt der Welt geschaffen und 11cm ich gegenüberstehe, wie da« Gcfäss dem Töpfer, so lange hin ich nicht« gegen ihn. eine Scherbe in «einer Hand und kann meine Sittlichkeit in nichts anderem bestehen als in der strikten, blinden Unterwerfung unter den allmächtigen, heiligen Willen diese« transzendenten Gottes, d. h. so lange kann all«‘ Moralität nur auf dem von aussen an mich herantretenden (Jebot ׳beruhen oder heteronom sein. Nun fängt alter die wahre Sittlichkeit erst mit der sittlichen Autonomie an, und-die heterommic Moral, wie wertvoll sie auch als Erziehung«- mittel für Unmündige sein mag, wird zur unsittlichen Bekämpfung der wahren und alleinigen Sittlichkeit, wenn sie sich an deren Stelle setzt. Da nun alter der Theismus kein Moralprinzip über oder neben dem göttlichen Wesen dulden dar(, so muss alle tbeistischc Moral notwendig misittlich wirken, insofern die Bildung schon bis dahin fortgeschritten ist,!lass die für die sittliche Autonomie notwendige llcife des (leistes erlangt ist. Das moderne sittliche Bewusstsein ist sich nun aber darüber ganz klar, dass Handlungen, die nur gehorsame Ausführungen eines fremden Willen■ sind, niemals einen sittlichen Wert im eigentlichen Sinne beauspruchon können, vielmehr die moralische Bedeutsamkeit erst hei der selbstgesetzgebemlcn Selbstbestimmung aufängt.“1 Der Grundsatz der Selbstgesetzgebung oder Autonomie ist das Wahrzeichen der Kantsehen Moral. Kant meint, der Mcnseh, als ein mit sittlicher Freiheit begabtes Wesen, sei zur Selbstgesetzgebung berufen und daher sei jedes andere Sittengesetz, woher es auch stammen mag, also auch das göttliche, mit der sittlichen Würde des Menschen unvereinbar. Das Geheimnis dieser Selbstgesetzgehung besteht darin, dass der Mensch mit dem sinnlichen Teile seiner Natur seinem vernünftigen Willen unterworfen ist. Das sittlieh (Jute hat seinen Sitz und Ursprung im Willen. Nun ist es ja ganz richtig, dass die persönliche Sittlichkeit im Willen, ' Ed. v. U.irua.uiii. äelüstzurseUuug <!•-« Chriitsntuiu». Seite 2!»

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