Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 7/8 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Wohin? 177 und das fiemiit **!״füllte. Man suchte, wenn *,א die Verhältnisse erforderten, solche Berufsart, welche. selbst wenn sie gegen Be- Zahlung ansgeübt wurde, den Charakter der Helferin nicht ganz tilgte. Und — seien wir ollen, mein Kind — dagegen sträubt Ihr Huch. Ist es nicht an dein, dass Ihr alle die Schwester, Eure eigene leibliche Schwester, die ihren .,Beruf“ darin erblickt, der Mutter in Haus und Haushalt bcizustehen, das bescheidene Wohlergehen des geordneten elterlichen Heimes zu fördern, doch nii• einem hochmütigen Mitleid z.u dem Typ Asehenhrödel zählt? Daher, mein Kind, und — verzeihe weil Du den Mut nicht aufzuhringen vermagst, Deinem keuschen Innenleben gerecht zu werden und jeue Arbeit verabscheuen zu müssen glaubst, welche denn doch hei aller Betätigung ein leises Mitsingen des Gemütes gestattet und fördert, hast Du Deinem Wollen teils bewusst, teils unbewusst neue Bahnen gewiesen. Auch treibt eine Krankheit der Zeit. י Während zu Beginn des Krieges das Gfineingctühl grösser uud eigenes lieben klein geworden war. ist ja jetzt leider last jedes Gemeingefühl erloschen und eigenes Lehen ist uns in seiner Bedeutung ins Riesenhafte gewachsen. Das Wort von der freien Bahn, welche dem Tüchtigen gebührt, hat zunächst einmal die Wirkung gehabt, das jeder für alles sich als gleich tüchtig erachtet; und doch geht jegliches wahre Lehen zu (!runde, wenn mau künstlich die Spannung zwischen Können uud Wollen weitet. Und wenn ich auch nicht gewohnt bin, zu viel des Fremden und (iekünstelten, Nachempfundenen in die Worte unserer Weisen S־t, in die Vorschriften unseres Keligionsgeset7.es hineinzuklügeln, so mag es doch vielleicht sein, dass die Vorschrift, welch!* Euch die l'forten des eigentlichen Tborastudiums versehliesst, aus obigen (!!*dankengüngen heraus Euch mehr gibt, als sie nach Eurer Meinung Euch verweigert. Sie will, dass jegliche Kreatur die ihm erteilten Kräfte und Veranlagungen im Dienste des Ganzen zur Vollendung bringt und dabei jene Entsagung übt, die dieser Vollendung frommt. Dem ..wissenschaftlichen“ Thorastudium eine Stätte zu bereiten, im Hause, im Herzen des Mannes, im Werdegang des Kuaheu, in frommer Hingabe der Mädchen, in tiefer Erfassung und Be- Währung all der Gebote, welche die Heiligkeit!108 Hauses gestalten