Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 5/6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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HZ Über den Stand des religiösen Lebens in der Berliner jüd. Gemeinde. lich<-11 und vi«*ll**i*;ht auch unmöglichen Richtungen darbieten. in welcher von geschlossenen Prinzipien üherhaupl nicht mehr die Rede sein wird. An deren Stelle wird ein 'l auschhandel in allen möglichen Anerbietungen und Zugeständnissen der niedrigsten Art cinrcilhm. Das Judentum kann hierbei nur noch tiefer herunlergewirtschaftet werden, und kein Mensch und keine Richtung wird für diesen Niedergang die Verantwortung zu tragen eine Veranlassung haben, ln der Verwaltung einer jüd. Gemeinde geht es nicht wie in einer Aktiengesellschaft her, wo es sich um materielle Güter und Recht»* handelt. In »־iner solchen scheint es wohl angebracht, Vorsorge dafür zu treffen, da 1.5 auch die Minorität an ihrem Anteile nicht zu kurz komme, ln einer jüd. Gemeinde geht es indes um Güter, die, wie gezeigt worden, den Regeln der Teilbarkeit mehl untei worfen sind. Hier geht es um geistige Ding»*, um di»־ höchsten Heiligtümer der Seele. Du* können auch von einer noch so starken Minorität nicht geschützt werden, w<־nn es im Inl»*resse der Majorität li»*gl. ihnen den Garaus zu bereiten. Im Verlaufe des ersten Kriegsjahres hat ein Vorkommnis in der Synagoge m der Fasanenstralie auffallender Weise längere Zeit, als es in unserer raschlebigen Zeit sonst der Fall ist. du* Gemüter in Spannung gehalten. Ks ist dies der sonderbare Zwischenfall, daLi gelegentlich eines Svnagog«־nkonzertes eine der mitwirkenden Schauspielerinnen durch den Vortrag v<»11 entsprechenden Lehrstücken des NYuen ‘IVstamcntes diesen Anlatl zu einer V»*rh»*rrlichung des christlichen Mekenntnisses benutzte. Wir sind weit davon entfernt, in diesem Vorgang nichts denn eine Fntgleisung der in Ihüracht kommenden Künstlerin zu sehen. Ganz im Gegenteil. Vielleicht war sie gerade bei diesem Schritt von ganz sichern. untrüglichen Instinkten gehütet. Wenn and»*rs, was fyu denn sonst in aller Welt ein Konzert in der Synagoge und eine christliche Künstlerin in dieser zu schallen? Di»־ Krwägung etwa, daU der Ritus dieser Svnagog»* sich auch sonst den Formen d»*s Konzertes gar zu