Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 5/6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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140 Ober den Stand des religiösen I״eben8 in der Berliner jfld. Gemeinde. mindest«• Existenzberechtigung noch, in unserer Zeit zumal, in welcher Stadt und Staat von (!«*setzeswegen Träger der sozialen Fürsorge in so umfassendem Sinne des Worl«־s ->ind> Welch einen Charakter hat nun gar «ler < Jemeindefriedhof in WeiHens«•«• angenommen! Von den nicht wenigen Kreuzesabzeich«*n in den Erbbegräbnissen soll ••rst gar nicht die R<•«!«• sein. Aber eines muH «loch gesagt werden Will einer den Kindruck ein«־s jüd Friedhofes gewinnen. d«־r mull schon den in «ler <»r. HamburgeistralJe aufsuchen. Werden gesehen hat und dann nach dem Friedhole in Weiilensee kommt, d»־r wird es nie begreifen, hier ebenfalls einen jüd. .Friedhof vor sich zu haben. Di«• gärtnerische Ausschmükkung ist ja tadellos. Das soll hier billig anerkannt werden. Allein dies macht einen Friedhof noch längst nicht zu einem jüdischen. Man hat oft gesagt, will einer erfahren, welchen jüdischen Namen «•in Jude trägt, so mul» «■r schon auf «lim Friedhof hinaus sich begiben und dessen (irahslcin aufsuchen.. Hier in Herlin wird auch dies nicht zum Ziele führen. Selbst bei dem (lrabst«־in d«־s jüngst heimgegangenen konservativ«•!! Rabbiners der (iemeinde muH man «•rst dessen Rückseit«־ absuchen, um den jüdischen Namen zu erfahr«‘!!. Üi«־se völlig«• Verebbung des jüd. (ie<lank«11־s und Sinn«־s in der Mitte <l«־s Vorstandes bringt es mil sich. «laLI seine Sitzung«־n immer mehr einen anöden, zu nichts weiter g«•- Word«•!! sind, als zu (ieleg« nheiten für Rechnungsbezügen. Annahme von Legaten, Mewdligungen und d«*rgleiche11 rechnerische Operationen mehr. Nur so konnte es kommen, daU in einer Z«־it wie der unsrigen. in welch«־r die W«dt aus den Fug«־n zu gehen droht, das Judentum dr1nn«־n u. drauUen aus tausen«! Wunden blutet«•. «l«-r Vorstand in einer Reihe von Sitzungen •*ich tiefsinnigen Metraclitungen über «11«• Frag«• hingelxm könnt«•, ob deirRabbinern an «l«־n subv: ntiomerien Vereinssynagogen das Anlegen «•in«־s Ornates auf dem Friedhof gi-slattet werden solle, oder nicht — bis man sieh schlieHIn h zu dem kühnen Fntsehluss«■ aufrallte. «In s zunächst probeweise |jr «•in Jalu zu g«־staU« n.