Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 5/6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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Ober den Stand des religiösen Lebens in der Berliner jüd. Gemeinde. 130 Dahin würde und mütllt־ es von selbst kommen, wenn der Vorstand sieh auf sein ureigenstes (;ebict /urüek/iehen würde, nämlich die Erhaltung und Erstarkung des Judentums und die Erziehung der heranwachsenden Jugend im schulplliehtigen und nachschulpllichtigen Aller. Diese Aufgabe ist groll, schön u. umfassend genug, als (lall es der Vorstand nötig hätte, nach anderweitigen Betätigungen Ausschau zu halten, und so beispielsweise das gesamte Wohltätigkeits- WohlfahrIs- Beerdigungs- und Krankenwesen an sich zu reihen. Wir wollen keineswegs als (Jcgner dieser Betätigungen hier auftreten. Allein dieses grolle* («ebiet sollte doch «lern Tätigkeitsdrang der Einzelnen und den frei sich zusammenschlicllenden Vereinen überlassen werden. So war es bei uns ehedem überall, so wird es auch damit in anderen Bekenntnissen gehalten, ohne daü darunter die öffentlich(‘ Wohlfahrt irgend zu Schaden gekommen wäre. Sollte denn das Judentum wirklich schon so lief gesunken sein, (lall selbst für die auf dem (jebicte der Wohlfahrt und Wohltätigkeit liegenden Leistungen der Steucrbültel in Bewegung gesetzt werden mullV Inder Ijand des Vorstandes können diese Institute beim besten Willen nichts anderes denn schematische Leistun gen vollbringen, auf das Niveau des Kaserne nmäUigen hei absinken, wobei aber das erquickende Aroma der individuellen und p! rsünlichen Leistung gänzlich verwittert Das erste Signal für den Verfall des Jud<11lumbildet der Zeitpunkt, in welchem der Vorstand die Wohlfahrtspflege in seine Hand nehmen-zu müssen'vermeinte. Als noch viel trauriger erscheint die Tatsache, daLl den Betätigungen des Vorstandes nach der Lichtung hin das spe. Misch jüd.-religiöse Element gänzlich mangelt. Was muH das für eine Wirl-'ch ■ft in dem jüdisch! n Krankenhause sein, wenn von dem Vor-landstische aus auch nui der Antrag möglich und denkbar war, dall man. um einem Dewisscns zwang zu ve 1 meiden, die Schinkenstulle zm stehenden Tisch qrdnung;m jüd. Krank! nliause g! hören muss! . Hat denn ein jüd. Krankenhaus in dem Sinn!־ überhaupt nui di•■