Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 5/6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Ober den Stund d«** religtöaen l.<-bcn*t in der Berliner jüd. Gemeinde. sichtlichen (!rund durch Kntziehung der Subvention so lange aut die Kniee gezwungen hat, bis sie sehlietllich zusammenbrach. Man hat noch nie etwas davon gehört, dali der Vorstand mit gleichen Mnlircgeln gegen liberale Synagogen vorgegangen war. so sehr aueh deren Kxistenzberechtigung in Frage gestellt sein mochte. Die Reformgeno-senschaft beispielsweise erhält auller anderen Zuwendungen eine juhrliehe Subvention von NJ. £i(N)0. Selbst wenn man den Standpunkl der Notwendigkeit eines Sonntagsgottesdienstes vertritt, so könnte doch für diese eine Stunde die in der unmittelbarsten Näh«• belindlich«־ Synagoge in der Dramenburgerstraüe, welche di«• ganze Woch«• hindurch ohn«־hin leer steht, zur Verfügung gesollt wer«|«*n. Welch«• R«*chtfertigung liegt demnach, zur Aufwendung von (iemeindeg«,ld«'rn und gar noch in dieser Höh«• vor? Ks wird demnach mit der dahingehenden Behauptung «!*•r ausgeschi«*den«*n Repräsen• tanten schon seine richtigen Wege haben. Die n«־uerbaute Synagoge am Kottbuser Damm kann von uns als «•ine solch«־ im gesetzestreuen Sinn«• nicht anerkannt WfTd«•!!, nachdem «lie in ders«*lb«*n «•ingeführte Liturgie die maUgebemle (lehets- Ordnung und jüdisch-religiöse l’berz«*ugung in wes«‘ntli«־hen Punkten verlättt. Auch ohn«• Orgel untl I)amcnch«»r kann ein«• Svnagog«• d«*n nach unser«*n Anschauungen jüdisch religiösi-n Charakter v«,rl«־ugn«־n. Synagog«־n bil<l«*n na«־h uns«־ren Anschauungen überhaupt nicht den t.^uellun«l Herzenspunkl des jüd. religiösen Leb«־nst sind es erst dann, wenn si«• «len Knotenpunkt ein«*s zur r«־ichen Kntfullung g«•- di«*h**n«־n religiösen L«*b«*ns bild«‘n. Na«־h «!«•r Richtung fehlt es so gut wi«• an all«־m. Ja. selbst die bill«T-ernste Kriegszeit v*Tm«»cht«• in <li«־ser Hinsicht keinerlei Wand«•! herbeizuführen, so sehr auch die (iesamtlage danach angetan war. Man ahmt doch bei uns mit b< son«ler«‘r Vorliebe das von anderen Ifekenntn1ss«*n g«*g«‘bene Hei-'piel na«־h. Warum hat man es ni«־ht in « im m Fall«• g«*tan. wo er wirklich vorbildlich war, und «I«׳m in Frsiarrung daln'genden *Judentum«• «ladur« h n«\n Lebenskräfte zugefuhrt würd«‘n?