Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 5/6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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136 Üb« den Stand de* religiösen Lebens in der Berliner jüd. Gemeinde. nutzen, was dannV Was dann, sehr einfach, dann bin ich eben in der (Iemeinde nicht mehr Rabbiner. <1. h. ich quittiere meinen!,osten, weil die (iemeinde durch ihr Verhalten zu erkennen gegeben hat. daß in den Dingen des (Jewissens ich ihr nicht mehr maßgebend bin. |a. diese schlichte Antwort tri ft; auch den Kern der Sache. Der Rabbiner ist im Judentum gewissermaßen die Verkörperung des (Iemeindegewissens. Was er als verboten hinstellt, hat ohne weiteres als solches für die (Iemeinde zu gelten. Wo das nicht ge- Schicht, da fehlt seiner Stellung der innere Sinn und darum auch jede Berechtigung. Orthodoxe Rabbiner als Kollegen eines Kellermann machen aber ihre Stellung zu einer solchen, sie mögen es wollen odei ni< hl. Diese Tatsache verurteilt aber auch die Stellung di s< r Rabbiner zur Unfruchtbarkeit ganz unrettbar. Sie wer len demjudenlume nie das werden, was ihm zu sein ihr eig etlicher Beruf ist: näm’ich dessen Verjünger, .Förderer und Krhalter, aus deren Herzen befruchtende Ströme der Lehre und Krkennlnis in die Seelen der (iemeinde sich ergießen. Selb-t unsere gegenwärtige Zeit, in welcher die jüd. (Jemüter lürmlich nach Krquickung aus dem heilsamen Born des Judentums lechzen, wird ihnen zu solcher Wirk«־am*eit nicht verheilen, weil sie sich dazu hergegeben, im Jud« niumc d׳ n Kullusb־־am׳en zu spielen, wahrend sie dessen Rabbiner zu sein, d׳ n Beruf haben Nur aus diesem (le-ichlspunkte betrachtet, lindel man einen hinreichenden KrUärungsgrund für die schwer ■n Vernachlässig ngen i irer dringendsten Obliegenheiten, deren sich diese Rabbiner im Laufe der furchtbaren Kriegsmonate haben schuldig gemacht. Wissen denn die Herren nicht, in welch unerträgliche Bedrängnis die Führungdes jüd. Haushalt׳ s geiat׳ n ist? Wissen sie n׳cht. daß unter den unerträglii h׳ n KniLehrung׳n. welche d׳׳r jud. Hausfrau auf׳ l iegt worden sind, eine übet wiegende Zahl deis׳ llx n unter der Last /usammenbr**ch׳-n und den jüd. r11 ׳g. Charakter des Hauses, der doch s< hon I»1 sh׳ r spärlich genug hier vertreten war. emfaMi aulgehen'iסיה ׳ ist es dahin gekommen,