Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 5/6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4900572-5964865-5964966--2154-4902662- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
uo l'bcr da• Predigen. Khctorik auf das (Jeinüt seiuer Zuhörer wirkt. Und doeh wäre ein Jargnnredner auf einer deutsck-jüdischcu Kanzel auf die Dauer unhaltbar. Denn wir sind nun einmal der deutschen Kultur, oh wir'• wollen «der nicht, mit Haut und Haaren verselniehen, sie lässt uns auch im (•«ttcs108 ־, und will darum ein Prediger uns etwas sagen, was uns im innersten ergreift, dann muss er schon in ' r Sprache und mit Anwendung ihrer rhetorischen Kunstgriffe uns kommen, in deutscher Sprache, die trotz allem Götzendienst. den die jüdischen N mit der hehräischen (reihen, doch immer noch unsere Muttersprache ist. Unser unlösliches Verhundeusein mit der deutschen Kultur stellt alter 1110s die eine .Schwierigkeit dar. mit der der Prediger zu rechnen und zu kämpfet! hat Dazu kommt daun die erbarmliehe Zerfahrenheit und Halbheit, die aut dem Gebiete des jüdischen Volkswissens herrscht. Der gescheidte Prediger gielit sich keiner Täuschung darüber hin, dass nur sehr wenige unter seinen Zuhörern imstande sind, aul (!rund ihres Wissens und Verstehens ihm zu folgen, wenn er sich s hcitüllen Hesse, nach dem Vorbild der alten Zeit seiner Predigt einen tieferen wissenschaftlichen Inhalt zu gehen. Wer jemals in eine altmodische hebräische Predigt hineingesehen hat, weiss. welch eine Füll! talmudisch-agadischen. zuweilen auch heu Wissensstoffes der Prediger einstmals in seiuer Deraschah. wie man ehedem die Predigt nannte, nufziistupeln pflegte Vach der Prediger, nicht Idos der Dozent und Professor, ist damals nach dein Grade seines Wissens geschätzt und geachtet worden. Die alte Derascha hielt sich an das Wissensniveau der Männerschid-, die moderne Predigt .erhellt־ sich /um Wissenschaftliehen Niveau »Irr Frauenschul Die alte Derascha ist von den Frauen nicht verstanden worden. Ks war auch nicht nötig, denn jene Zeit der nicht!erstehenden Krau wusste von dem Tvpus der modernen 1111״ verstandenen־ Krau noch nichts Die Krau wurde damals von ihrem c sehr gut verstauden, umso weniger brauchte sie selber zu verstehen. Hei der Anstellung und Bewertung eines modernen Predigers 1't aber die Meinung der Kruuen s! nagoge mindestens so entscheidend wie die der Miinuerahteilung. Das weiss der“ modetne Prediger und er richtet sich in seiner 5 58 9235 666977 2695