Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 5/6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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»27 Zur Geschichte der Thoravorlesung:. moderne Liberalismus mit Vorliebe konstruiert, um das prophetische Judentum als das reinere, reifere dem mosaischen Uberzuordnen. Das darf nicht geschehen. F,s darf Niemand Haftoroh sagen, bevor er nicht dem Mosaismus seine Reverenz erwieset) hat. ProphetismuN und Mosaismus gehören zusammen. Der Gott, der die Propheten erwählte ־ בחד בנביאים שוביסי.tTK), ist derselbe Gott, der die Thora und seinen Diener Mosche erwählte (.הנוחר בת,ידה ובנדםד עבדו). Beides muss zusammen ausgesprochen und durch ein gemedisantes Amen bekräftigt werden. Zum Schluss noch ein kurzes Wort über eine Hinrichtung heim Leinen, für die sich der Amhaarez lebhafter zu interessieren pflegt, als für den Inhalt des vorgetragenen Gotteswortes, über das sogenannte Mischeberachmachen. Wäre der ursprüngliche Brauch, dass jeder Aufgerufene seinen Thoraabschnitt selber vor• trägt, noch heute im Schwang, ein Brauch, der erst mit der Abnähme der Thorakenntnis in Vergessenheit geriet berichtet doch Josephus von den jüdischen Kindern seiner Zeit, dass sie die Thora geläufiger hersagen kounteu als ihre Namen — so würde die überragende Bedeutung, die in vielen Gemeinden, zumal auf dem Lande, dem Mischeberachmachen zuerkannt wird, überall als das erkannt, was sie ist. eine unberechtigte Bevorzugung des Scc vor dem עיקר, der Nebensache vor der Hauptsache, und die Aufmerksamkeit der Synagogeubesucher gälte mehr den! Gotteswort als der Frage, für wen Herr X. Mischehcrach machen lassen und wie viel er schnödem wird. Gleichwohl steckt auch in diesem Schnödem und Mischeberachmachen ein gutes Stück jüdischer Geschichte. Hs lässt uns an die Zeiten zurückdenken, als die jüdischen Gemeinden dringender ״noch als heute auf die finanzielle Leistungsfähigkeit und •Willigkeit hingewiesen waren, an die Zeiten dg8 Leibzolles und der Kopfsteuer, als die geschnoderten Mischeberacbgelder ein wichtiges Fundament des jüdischen Gemeindelebens waren. Sie sind es heute noch zum Teil, deshalb sollten sie aber uiemals den Sinn und Zweck des Leinens überwuchern und bei den Aulgerufenen das Bewusstsein nicht verdrängen, dass der göttliche Segen auf das Haupt des Aulgerufcnen nur deshalb und nur dann herabgerufen wird, כעבור שעלד לכבוד הסקום •לכבוד