Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 5/6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Geschichte der Thoravorlesung. 126 freilich im קזש שזרקן• nicht fiir das Heil der babylonischen Häupter, sondern fiir מרנן ורבנן gebetet. fiir ״die um ihrer Geset/.cskunde und Gesetzestreue willen als leitende Autorität zu achtenden Männer, die an der Hand der nicht minder!göttlichen mündlich überlieferten Gesetzescrläutcrungen das Verständnis der Gottesgesetzc und Lehren iu unserer Mitte lehren und pflegen." (Komm. Gebete S. 344/. Nicht initner und überall mit der notigen Andacht. Sonst wüssten unsere (Jemeinden, dass in den Worteu ושזוני רויחי, ebenso wie in den Worten ומזרנא רויחא des קדיש דרבנן, die Geineindeptliebt einer den Zeitverhältnissen entsprechenden Besoldung der Kabbiuer angedeutet ist. An welchem Sabbath die erste Haftoroh gesagt wurde, ist unbekannt. Über Zeit und Motiv der Einführung der llaftoros ist ein dunkler Schleier gebreitet. Nur auf Vermutungen sind wir angewiesen. Die gewöhnliche Annahme, dass zur Zeit der makkabäischen? Heligionsverlolgung. als es bei Todesstrafe verboten war, aus der Thora vorzulesen, als Ersatz hierfür der Vortrag eines Prophetcnabschnittcs eingeführt worden sei, wäre durchaus einleuchtend, wenn ersichtlich wäre, warum die Gewalt, der die Thoravorlesung weichen musste, das Prophctenwort verschont haben soll. Jedenfalls sprechen die verschiedenen Vorschriften über ilie Handhabung des Haftorolesens dafür, dass die Absicht der Schaffung eines nicht ganz gleichwertigen Ersatzes für die verdrängte Thora- Vorlesung bei der Einführung der llaftoros bestanden haben muss und dass dieser Ersatzcharakter des Propheten Wortes für immer im Bewusstsein der Lesenden und Hörenden lebendig bleiben soll. Wer die Haftoro liest, muss erst im Thoraworte selbst einen Ab• schnitt gelesen haben. Er darf nicht anfangen, die Haftoroh zu lesen, bevor nicht die Thorarolle zuge.rollt ist. Auch Minderjährige dürfen die Haftoroh vortragen. Die erste VoAfoHio אשי בחר בגב־איש טיביש ונר bildet mit der zweiten הבוחר בר״ורד ובשעה עבדו ונר ein•׳ unzertrennliche Einheit, sodass Amen erst nach der zweiten Vorbrorho gesprochen werden darf. Die Absicht dieser Vorschriften ist klar. Sie wollen den ursprünglichen Primat der Thora betonen und zugleich der Entstehung jenes verhängnisvollen Gegensatzes zwischen Mosaismhs und Prophetismus vorheugeu, den auch der