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Jüdische Monatshefte · 1919-01-01 · 5/6 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
6 (1919)
Issue
5/6 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
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Zur Geschichte der Thoravortesung. 125 ist, seine Mizwa in freier Ausübung seines Verfügungsrechtes einem beliebigen Andern altzutreten und erst rabbiniscbe Anordnung, ciSc* דש:י דרכי, um unliebsame Streitigkeiten zu vermeiden, die seit je übliche L'nabtretbarkeit des dem Kauben gebührenden Vorrechtes, als erster zur Thora gerufen zu werden, ausgesprochen hat. Auch «ler Brauch, dass jeder Aufgerufene über die Thora eine Vor- und Naehbrocho spricht, geht auf eine spätere rabbiniscbe Verfügung zurück, die im Gegensatz zur früheren Übung, wounch nur der die ThoravorlesuDg eröffnende die Vor- und der sie beschliessende die Naehbrocho sprach tvgl. Mischua Megilla!, auch dem nach der ersten Vorbrocho zur Synagoge Kommenden und vor der letzten Naehbrocho sie Verlassenden Gelegenheit gelten will, die beiden Segenssprüche zu hören. Stieitigkciten, verursacht durch das Aufrufen des Kitten und nicht des Andern, vorzeitiges Weggehen vom, nachzeitiges Kommen zum Gottesdienst —: batten wir nicht Kecht. als wir oheu sagten, dass auch int jüdischen Leben nur die Bühne wechselt, während die agierenden Menscheu in den Gruudziigen ihres Wesens und den Neigungen ihres Tuns und Lassens noch heute die gleichen sind wie vor Jahrtausenden?!)alter auch die Begie «ler alten Bahhinen heut«• uoch so uuverbraucht und zeitgemäss ist wie an! ersten Tag. Wenn heute der Baw als erster Jissroel aufgeruten wird, so war das schon nachweisbar in der Zeit «ler babylonischen Hochschulen so üblich, als man «lern Besch Gelutha zu *r'Stt• «lie Thora rolle zum Sitz hinbrachte (נייותא V", דוב ילין אורייתא לני . Überhaupt lebt die Kriunerung an diese Glanzzeit der jüdischen Geschichte noch gegenwärtig bei «len Gebeten, die sich an die sabbathlichc Tboravorlcsung anschliessen, fort in den Herzen Aller, die das Gebet יקוד פורקן richtig verstehen. Wir gelicn die Hoffnung nicht auf, dass solche Glanzzeiten «ler Thoralehre uu«l des Thornwisscns wiedcrkchren werden und halten darum an «ler beglückenden Vor- Stellung fest, die uns die Häupter der Lehrversammlungen, die Häupter der Kxilsgeineinden, die Häupter der Jeschibotb und die Bichter des Tores mit-amt ihren Schülern und den Schülern ihrer Schüler im Bilde der Unsterblichkeit zeigt, sic;11s unsere Zeitgenossen uns sehen und für sie beten lässt, lu erster Linie wird

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