Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 5/6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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12-t Zur Geschichte «Irr Thoravorlesung. Norm abweichende I'!»erlieferunp benutzt. um ••ine aus den un heilig־Ht«־n Motiven entsprungene Auflehnung gegen den traditionellen Brauch zu sanktionieren. Vor fünfzig Jahren hat man *ich über diese und ähnliche Ausflüge der Bebirin in die Getildc der llalaeha noch sehr intensiv aulgeregt. Heute lächelt man darüber. Man hat heute andere Sorgen. Zionismus. Nationalismus, Weltkrieg, jüdische Autonomie., l’alästinafrage haben diese verstaubten liturgischen Angelegenheiten aus dem öffentlichen Interesse der Judenheit verdrängt. Mich diiuki aber, als ob das llcrausgreifen der Faläatinasache aus dem Gcdaukenbereich des Judentums und ihre Verschiebung in den Mittelpunkt des jüdischen Denkens für die ideelle Willkür des Zionismus nicht minder charakteristisch ist, wie es einst die Begründung des dreijährigen Kelormthoraeykliis auf den Minhag des heiligen Landes für den jüdischen Libcralisraus war. Seit jeher sind die zur Thora Aufgerulenen mit ihrem liebriiisebeu Namen aufgerufen worden. Auch hier hat die Kelorm ihre Willkür an die Stelle der Tradition gesetzt, indem sie iu vielen Gemeinden das liir den Vorbeter bc<|uemere Verfahren eiubürgertc. die Aufzurufenden mit einer Nummer ׳;?,St? יעדוד?זד usw. zu belegen, ein Verfahren, das lebhaft an das in Gefängnissen übliche eriunert. ln dieser gedankenlosen Verdrängung der hebräischen Namen aus der Thoravorlesnng und aus dem - Bewusstsein und Gedächtnis ihrer Besitzer ist wohl die traurige Lrscheinung nicht zuletzt begründet, dass es bei uns so viele giebt, die ihre hebräischen Namen nicht kennen uud die Antwort schuldig bleiben, wenn man sie bei rituellen Anlässen (Trauungen usw.) nach ihrem ehrliehen hebräischen Namen fragt. Hier wäre liir unsere Nationalisten und Hebraisten Gelegenheit, propagandistische Kleinarbeit zur Beaeitigung eines MiListandes zu leisten, dessen verhältnismässige Neb«*nsäcbliebkeit über seinen Zusammenhang mit dem gesamten Assini ' r.css der deutschen Judcuhcit nicht liinwcgtäusrhcti darf. Zuerst wird der Kuuhcn aufgerufen, dann der Lewi, dann der Jissroel. Aus d(jr Mischna in Gittin geht hervor, dass uraprüuglieb. d. h von thorawegeu;ד der Kaiihcn berechtigt 956443