Mannheim
Compact Memory

Jüdische Monatshefte · 1919-01-01 · 5/6 (1919) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte
Volume
6 (1919)
Issue
5/6 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4900572-5964865-5964966--2145-4902653
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Beitrage zur Krkl.lrung der Gebete, 12t Denn ״leben“ heisst nach jüdischer Anschauung: den Bedingungen des Hierseins entsprechen, die ,Aufgaben erfüllen, die Gott unserem Lehen gesetzt hat. Nur wer diesen Aufgaben seine ganze Kralt weiht, lebt Anderenfalls mag er mich s« alt geworden sein, im Geiste unserer ,דד!" bat er nicht gelebt. Das gilt aber nicht nur — wie die Torheit oft wähnt — von יטשציש!:, von den Gesetzen, die das Zusammenleben der Menschen untereinander regeln, sondern nicht weniger von c’ptn, von den Gesetzen, die unser Kinzelleben, unser geniessendes, sinnliches!,eben dem Diktat des Gotteswillens unterordnen. ־,CK ושרד־זש א", חקתי יאר. ד״יםט־ יעיטד אד.ש דאדש ודד בדש א;י ד Lev. 18. Gott ist uns Quelle des Lebens. Sein Wort verleiht unserem Leben Bedeutung und Inhalt. ני דש "יינו ואידך ירינו Wir haben unser Hecht zu leben eingehüsst, sobald wir unseren Pflichten, die Gott uns gesetzt, nicht nuebkotnmen. Das sprechen wir auch aus, wenn wir am Jom Kippuriin Speise und Trank uns entziehen. Nur wenn Gott uns beisteht, uns aus seiner Hechten Kraft und Beistand Verleiht, sehen wir Möglichkeit, weiter zu leben. Jerobeam verachtet Gott, macht sieh seine eigenen Götter, wirft Gott und seine ewigen Forderungen in trauriger Verblendung .hinter seinen Körper* und ahnt nicht, dass er mit diesem wahnsinnigen ,אור*:, mit diesem törichten lloclnnut sich um sein Leben gebracht hat! — Sein ,ניאיר hat ihm den Lebensnerv getötet; was übrig lieblichen, ist נוד — ein Körper, נייד ein hingcsehicdcncr Leib, aus dem die Seele gewichen. Wer vor der שלד." isst und trinkt, an dem Aufbau seines Körpers denkt, ehe er vor Gott im Gelo-t wahre Lebenskraft sieh geholt, spricht damit in seinem Hochmut ans, dass er auch ohne Gott und. sein Gesetz Lebensmöglichkeit kennt. Kr mag wohl seinen Körper nähren, sein Körper aber ist י*ד$, ein hiugeschi׳ «lener Leib, denn er hat ihm in s, hier Torheit das voreuthaltcn. was vor allem zu seiner Belebung erforderlich ist. Opfern wir daher nicht unser Leben unserem Hovhmut. sprechen die Weisen. In richtiger Kin- Schätzung der wahren Leben-hedingungen gelte unser erster Gedanke am Morgen der שלד.". Aus ihr holen wir uns Kraft und Bereehtigung zum Leben.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.