Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 1/2 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 Ueligions1<>tc Ethik '! Richtung von dem illusorischeu Gewölbe dessen eigenartige Festigkeit erhalten. Sic licrulien ausschliesslich aut ihrer eigenen Unterlage und Fertigkeit. So kann auch ein illusorisches, nie erreichbares, ja nie zu erlassendes Ziel nicht «lau Wertprinzip einer Entwicklung nein. Wir li.then bereits an einer anderen Stelle auf die Schwierigkeit der RegritTc ״unbegrenzte Kiltwicklung" und ״unendlicher Fortschritt" der WundtVchen Lehre hingevvicsen. ״Nach Wundt80 ,.״ argumentierten wir, ״ist doch der letzte sittliche Zweck'ein idealer, nur in Annäherungen zu erreichender, danach bleibt die Schwierigkeit bestehen,!lass uns dann der Ma888tab dafür, ob Fortschritt oder Rückschritt, progresitus oder regressus atatttiudet, tchlt. Den Massstab dafür liefert uns lediglich der Endzweck, der erkennbar sein muss, wenn er uns über den 8ittliehen Wert einer Einzelhandlung Aufschluss geben soll. Wir haben die Alternative gestellt, dass entweder der Zweck erreichbar sein muss, daun ist die ganze Entwicklung nur Mittel zur Erreichung dieses Zweckes, oder ist der Zweck nicht erreichbar, dann wissen wir nicht, ob wir uns in ׳breitenden oder riickschrcitenden Kvthinen bewegen.Denn jede Tat scheint Fortschritt und ebenso Rückschritt, wenn ich nicht weiss. wohin ich denn eigentlieh lossteiiern soll, was ich mit meiner ganzen Tätigkeit erreichen will* '1 Alles sittliche Handeln ist Zweckmässigkeit, muss daher wenigstens r auf den obersten Endzweck gerichtet sein. Man gewinnt nichts mit dem sittlichen Ideal, wenn man cs als ein ganz und gar unerreichbares Gut betrachtet. So ist au der Grenze der Religion die unabhängige Moral mit ihrer Wissenschaft xu Ende. Jsie steht gänzlich ratlos vor der sittlichen Grundfrage nach einen! erkennbaren und erreichbaren Endzwecke. Gibt es keinen solcheti, so ist alles Streben zwecklos und unvernünftig. Und eine Entwicklung ohne Ziel ist ohne Gesetz und Sinn. Das einzelne will in dem Lichte der Ewigkeit, im Zusammen• hange mit dem schlechthin höchsten Endzweck betrachtet ' sein. Wundt gibt diesem Gedanken einen neuen Sinn, indem er die ' * 1 Klein, Individual und Sn/ialcthik in ihren gegenseitigen Ucz.iohungen. Hern t'iol, S »!0 3 9053