Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 10/11 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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J•**. Religionslos!• Kthik .״ er vertraut der eigenen Kr:1 fl. I.r begehrt ni< hts mehr vom .1011seit*, sondern erwartet allen vom Kulturfortschritt der Zukunft. Kbenso will er .־*eine Sittlichkeit und sittliche Vervollkommnung nicht melir als göttliches (•esi henk anuehmen. sondern der eigenen Tätigkeit vcrilankcu. Alle Sittengebote. die das kindlich religiöse (iofiihl aus •lern Willen tiottes ahhitet. sind aut menschlich-weitliehe (Srtindlagcn zu stellen. 1״’nd s<> wollen wir" erklirrt Friedrieh Jodl, einer der Ilauptflihror der l’.thischcn Kultur, ״die (irnndlagen sittlicher Wei'heit verkündigen, nicht als < MYeiibaningen eines göttlichen (Jeistes, nicht;11* Machtspruchc einer iihcrvveltliehen Autorität, nicht als ein Mittel, um der Freuden einer jenseitigen Welt teilhaftig zu werden, auch nicht in stiller Resignation an allen wahren Wi rten dieses llasem» sondern als das .einfache Vcrnunftgehot einer Menschheit, die zum liew usstsein ihrer Würde, ilires Zieles und der dahin führenden Mittel gelangt ist" '1. ״Moral predigen ist leicht. Moral hegriinden schwer" hat Schopenhauer gesagt Man predigt Sittlichkeit ohne Religion und wider Religion und hehauptet, dass die Moral dadurch nur gcwinnc. da sie seihst zur Religion erhöhen werde, wie Feril. Töniues sagt. ״Wir wollen es einmal versuchen, aus der Kthik selber eine Religion zu machen, ans ihr ganz, allein"־'. Aber diese alle haben nicht vermocht uns zu zeigen, wie denn diese Religion der Moral lehengestaltend werden soll, woher 'lammt ihre 1 erpfIichte(1 de Kraft, woher leitet sie ih!e verbindende Macht ah 1 >er religiösen Moral wird \״n dieser Seihder Vorwurf gemacht, dass sn■ die Menschheit getrennt hat. ״Im Rel1giöse1T־St«^t—? nicht das (iemcinsame". sagt .holl, sondern!las Trennende. Sicht weil wir Katholiken, Juden. Protestanten sind, leben wir friedlich nebeneinander unter einerlei tiesetzen und in dem nämlichen Staate ־— soweit wir nur das sind, würden wrr 1111' wie \־of .‘100 Jahren wechselseitig lot'chlagen oder nii'ser Lande' treiben : sondern weil wir endlich, endlich in der bittersten Schule gelernt halten, uns als Menschen aut t.iruml gemeinsamer praktischer L'berz.eugungeil zusammeuzutim^'U und zu erkennen,!lass diese I berzeugungen 1 l.this! h! Kultur 11cm s. .) 1*1. . th!s< h! IU wi gung in In uts h land. Berlin IM1 *2 •5. 1*.