Jüdische Monatshefte
- Journal
- Jüdische Monatshefte
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- 10/11 (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
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Religionslose Kthik <׳ 295 ««erde.;ווו* der d»־r (״■im ««‘rhannt war mul die mir darum starb, weil der («eist aus d»*m Weltk«yper gewaltsam hinnusgetrieben wurde. l’iul es bat last den Anschein, als ob wir wieder dort beginnen sollen, wo wir vor dem Kriege aufgehört haben. Miui denkt noeh iinuier g«‘11au so geistlos wie zuvor. Die vor dem Kriege in der Welt herrschende Weltanschauung. wenigstens in den Kreisen, die sieh mit «Ion Problemen beschäftigten, die eine einheitliche Weltanschauung bedingen. sagen wir in wissenschaftlichen Kreisen, war eine materialistische. Die Ansicht von «1er Welt und die Auflassung vom sittlichen!.eben «erhalten sich naturgeinäss /.nein■ ander wie \ onlersatz und Nachsatz. Der Kampf um «lie Weltanschauung ist ilaher auch ein Kampf um «lie Weltordnung. Kine materialistische Wellcrklärmig Kchliessi jede geistige Megriintlung <l«׳r Sittlichkeit an* mul muss daher die Sittlichkeit, insofern«‘ sie sie nicht rmnlwegs verneint, durch rein menschliche llewcggrumlc und Hedingtmgci; /u erklimm versuchen. Man kann kein«■ religiöse (!rundläge fiir die Sittlichkeit gelten lassen. A. Fouill«'«• meint «lass im (!ruml«‘ die rnaldiiiiigigkcit der Moral von <l«>r Keligion ein Punkt sei. in «lein'beinahe alle Philosoph«‘11, «lie «liegen Namen verdienen, nbcrtdnstininien, die Anhänger des l'ositivisiniis wie «lie. des Kritizismus. Spiritualisteu und Materialisten ,riieobald Ziegler geht so weit, der Prag«־, ob Sittlichkeit ohne Keligion möglich sei, di«‘ andere entgegen/.ustellen. oh si<* mit Keligion möglich sei*), l'inl alle, die sich in der ״Kthischen Kultur" zu• sammengefttnden haben. re«len dieselbe Sprach«•,!{cligion ist liir die Sittli«d1keit nicht nur bedeulmigslos. sondern «lirekt schädlich Keligion, so wir«l uns gelehrt, entstanniit dem Kimlhcifraltcr «l«*r Menschheit. Auf «len höhet«*n Kntsvickliingsstufen verliert sie ihren Sinn und ihren Wert. d“11n sic wird ersetzt durch Selhsltätigkeit, Kililung," WisHcnseliaft nml Kunst. Der vorgeschrittene Mensch «verniet sich in Keinen Uedürfmssen und Nöten, mit seinen Wünschen mul ll«drnung«‘n nicht mehr an übermenschliche Wesen sondern 1 A. Fouill«■■«‘, ( riti«|ue <t«‘s hvsti mcs «1«■ morale contemporaine 3״* «■<111. Paris 1119} S. og. V lh. Zii'gler, Sittliches Sein unrl sittlich« s Werden. II. Aullug«• Strassharg 11190 S. lg#,.